November-Daten
US-Arbeitsmarkt überraschend stabil

Mit überraschend starken Arbeitsmarktdaten meldet sich die US-Konjunktur aus dem Jammertal zurück: Statt der erwarteten Stagnation verkündeten die Statistiker eine deutliche Entspannung. Die Aktienmärkte reagierten sofort.
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HB FRANKFURT. Hoffnungen auf eine Trendwende am krisengeplagten US-Arbeitsmarkt hat die Rentenmärkte und den Euro am Freitag auf Talfahrt geschickt. Die Gemeinschaftswährung stürzte nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten zeitweilig bis auf 1,4913 Dollar ab, erholte sich dann jedoch wieder leicht und kostete am Nachmittag 1,4940 Dollar. Dies ist gut ein US-Cent weniger als im späten Handel am Donnerstag.

Außerhalb der US-Landwirtschaft waren im November zwar noch 11 000 Stellen weggefallen, doch Analysten hatten mit mehr als dem zehnfachen Wert gerechnet. „Die Zeit der großen Beschäftigungsrückgänge am US-Arbeitsmarkt ist eindeutig vorbei“, kommentierte Postbank-Volkswirt Marco Bargel. Sein Kollege Ralf Umlauf von der Helaba sieht zwar noch keine Trendwende, allerdings den Tiefpunkt bei der Beschäftigung in der weltgrößten Volkswirtschaft näher rücken. Auch HSBC-Trinkaus-Volkswirt Thomas Amend sprach von einer Überraschung. „Offenbar wurden vor allem im Dienstleistungssektor Stellen geschaffen. Erfreulich ist außerdem, dass die Arbeitslosenquote erstmals seit Monaten wieder gesunken ist.“

Zum Optimismus der Anleger trug auch der besser als erwartet ausgefallene Auftragseingang der US-Industrie im Oktober bei. Er war um 0,6 Prozent gestiegen, während Experten keine Veränderung erwartet hatten.

Die Talfahrt des Euro überraschte einige Marktteilnehmer, hatte die Gemeinschaftswährung zuletzt doch häufig von guten US-Konjunkturdaten profitiert. Dahinter steckte die Einschätzung, dass der Dollar als sicherer Anlagehafen in der Krise gilt. „Die Daten waren einfach zu gut, als dass sie nicht positiv für den Dollar sein könnten“, sagte Devisenanalystin Antje Praefcke von der Commerzbank. Der Zusammenhang zwischen steigender Risikofreude und einem festeren Euro sei allerdings noch nicht zerbrochen. Dafür müssten noch weitere positiv überraschende US-Konjunkturdaten folgen.

Der für die europäischen Rentenmärkte richtungsweisende Bund-Future drehte nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten ins Minus und rutschte 72 Ticks auf 122,65 Stellen ab. Für die Staatsanleihen sind diese Zahlen ein Schlag ins Kontor. Sie deuten darauf hin, dass die US-Notenbank die Zinsen früher wieder anheben wird als bislang gedacht“, sagte Amend. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,246 Prozent.

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