Nullzins
Japanische Notenbank setzt weiterhin auf billiges Geld

Nippons Währungswächter stoppen in Kürze den Ankauf von Wertpapieren, Beobachter kritisieren schon den Optimismus der Banker. Am Nullzins wollen sie jedoch auf unbestimmte Zeit festhalten.
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HB TOKYO. Die Bank von Japan will ihre Nullzinspolitik zur Stützung der Wirtschaft bis auf weiteres fortsetzen. Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa sagte am Mittwoch in Tokio, der zuletzt angekündigte schrittweise Rückzug der Zentralbank von Teilen des Kreditmarktes bedeute kein Ende der ultralockeren Geldpolitik.

Die Japanische Notenbank hat ihren Leitzins wegen der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten auf 0,1 Prozent gekappt und zudem in großem Stil Wertpapiere angekauft. Sie hatte vergangene Woche entschieden, diese Ankaufprogramme spätestens Ende März, wenn in Japan das Haushaltsjahr endet, einzustellen. Daraufhin hatten Spekulationen zugenommen, die Notenbank bereite sich auf einen generellen Schwenk ihrer Geldpolitik vor.

Shirakawas Kurs stößt auf heftige Kritik seitens der Regierung. Sie bemängelt, die Notenbank sei bei der Beurteilung der Konjunkturaussichten zu optimistisch. Die Bank von Japan rechnet zwar im kommenden Jahr wieder mit einem Wachstum der von der Krise hart getroffenen heimischen Volkswirtschaft. Die Deflation, also der Rückgang des Preisniveaus, dürfte nach ihrer Einschätzung jedoch noch für etwa drei Jahre ein Problem bleiben.

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