OECD relativiert Exporterfolge
Deutschland fällt bei Globalisierung zurück

Die deutsche Wirtschaft ist weltweit weniger erfolgreich als bisher angenommen. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten „OECD Factbook 2006“ hervor. Erstmals haben die Ökonomen der „Organisation for Economic Cooperation and Development“ (OECD) darin die wichtigsten Indikatoren für die wirtschaftliche Globalisierung verglichen.

ebo BRÜSSEL. Danach konnte Deutschland seit 2001 zwar seine Rolle als Exportweltmeister für Waren ausbauen. Bei der Ausfuhr von Dienstleistungen und High-Tech-Produkten fällt die deutsche Wirtschaft aber zurück.

So vermelden Irland, Griechenland und Luxemburg seit 1997 die größten Zuwächse beim Export von Dienstleistungen. Deutschland liegt zwar noch über dem OECD-Durchschnitt, aber hinter Ländern wie Spanien oder Großbritannien. Bei der Handelsbilanz für Dienstleistungen ist Deutschland sogar seit Jahren Schlusslicht. Nicht viel besser sieht es beim Exportanteil von zukunftsträchtigen High-Tech-Gütern aus. An der Spitze liegen hier Irland und die Schweiz, während Deutschland auch hier zurückfiel.

Noch düsterer ist die Lage bei den ausländischen Direktinvestitionen. Die OECD sieht darin einen der wichtigsten Indikatoren für die Verflechtung in die Weltwirtschaft. Die größten Zuflüsse ausländischen Kapitals meldeten in den Jahren 2002 bis 2004 die USA, Luxemburg, Großbritannien und Frankreich. Deutschland liegt hingegen abgeschlagen im hinteren Mittelfeld. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Engagement multinationaler Konzerne in den OECD-Ländern. Den größten Anteil an der Beschäftigung haben „Multis“ in Ländern wie Irland und Luxemburg. Auch in Belgien und Frankreich schaffen ausländische Konzerne viele Jobs. Deutschland liegt hingegen im letzten Drittel.

Zu ähnlichen Ergebnissen war die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht gekommen. Der Titel des Exportweltmeisters dürfe nicht überbewertet werden, warnten die Experten aus Frankfurt.

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