Corporate Social Responsibility
Gutes Gewissen, gute Geschäfte?

Viele Konzerne wollen mit Sozialprojekten ihren Gewinn steigern. Ökonomen untersuchen, ob das überhaupt gehen kann. Eine Erkenntnis besagt: CSR dient in der Praxis oft dazu, Schlechtes zu überdecken

DüsseldorfDavid Rockefeller, der erfolgreiche Chef der Chase Manhattan Bank in den 60er- und 70er-Jahren, stand nie in Verdacht, ein Sozialromantiker zu sein. Doch Rockefeller, damals einer der mächtigsten Banker der Welt, sah es als seine Pflicht, für "eine gesunde ökonomische und soziale Umgebung zu sorgen, die lebensnotwendig für die Existenz eines jeden Unternehmens ist".

Ende der 60er-Jahre startete das Geldinstitut ein umfangreiches Sozialprogramm, das die Lebensbedingungen in New York verbessern sollte. "Es ging ihm dabei nicht darum, durch das Engagement die Profite seiner Bank zu verbessern", betont David Vogel, der an der Haas School of Business in Berkeley zum Thema "Corporate Social Responsibility" (CSR) forscht.

Nur ein Feigenblatt?

Heute dagegen ist das komplett anders: Wenn sich Unternehmen sozial engagieren, dann ausschließlich deshalb, weil sie damit ihre Gewinne steigern wollen, hat Vogel festgestellt.

Dieser Wandel ist mit großer Wucht auf die Wissenschaft durchgeschlagen. Stritten Ökonomen jahrzehntelang darüber, ob sich verantwortungsbewusste Unternehmen um mehr kümmern müssen, als nur "ihre Gewinne zu mehren", wie Milton Friedman einst ausrief, gilt CSR unter Betriebswirten heute als "Business Case".

Die Logik dahinter ist nüchtern und pragmatisch: Handle dann besonders verantwortungsvoll, wenn es sich rentiert. Eine typische Frage wissenschaftlicher Studien zu diesem Thema ist heute, "was Unternehmen und Organisationen aus CSR herausholen können", erklärt Archie Carroll von der University of Georgia.
Ethische Überlegungen werden so auf eine von vielen Variablen zusammengestutzt, die es für Unternehmen zu maximieren gilt.

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