Handelslbatt Ranking Volkwirtschaftslehre (VWL)
Das Handelsblatt-Ranking im Urteil der Ökonomen

Zwei Jahre nach seinem Start hat sich das Handelsblatt Ökonomenranking VWL zu einer festen Größe in der deutschsprachigen Volkswirtschaftslehre entwickelt. Der Konstanzer Ökonom Heinrich Ursprung hat das Ranking in einer wissenschaftlichen Studie kritisch unter die Lupe genommen.
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„Das Handelsblatt-Ranking wird insbesondere auch innerhalb des Wissenschaftssystems rezipiert und übt so einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Profession aus", schreibt der Konstanzer Ökonomie-Professor Heinrich Ursprung mit seinem Mitarbeiter Robert Hofmeister in der Fachzeitschrift „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“. Ursprung ist der führende deutsche Experte für die Evaluation wirtschaftswissenschaftlicher Forschung. In der setzen sich die Wissenschaftler mit dem Ranking auseinander. er kritisch unter die Lupe.

Die beiden Wissenschaftler zeihen ein insgesamt positives Fazit, monieren aber einzelne Aspekte des Ranking. Alles in allem sei das Handelsblatt-Ranking das „mit Abstand beste privat erstellte Forschungsranking für Volkswirtschaftslehre“, schreiben Ursprung und Hofmeister. „Die Disziplin darf sich glücklich schätzen, dass ihre Forschungsleistungen von einem derart kompetenten privaten Anbieter einer breiten Öffentlichkeit darstellt werden.“ Besonderes gut gefällt ihnen das Fakultätsranking – in „vorbildlicher Weise“ würden dabei eine ganze Reihe wichtiger Einzelindikatoren aufgeführt. „Eine derartige mehrdimensionale Evaluation ist sehr nützlich und sinnvoll, weil die Interessen der Nutzer von Rankings eben sehr unterschiedlich sein können.“

Andererseits kritisieren Hofmeister und Ursprung einige methodische Feinheiten. Diese könnten zu falschen Anreize für Forscher führen, falls „der zentrale Handelsblatt-Indikator zum allgemeinen Evaluationsstandard erhoben würde.“ Das Ranking sei daher „trotz seiner anderweitige Verdienste kein geeignetes Führungsinstrument“.

Ein Kritikpunkt ist die Auswahl der Fachzeitschriften. Das Handelsblatt-Ranking konzentriert sich nur auf die renommiertesten 220 Zeitschriften, die in drei Studien zur Qualität von ökonomischen Fachzeitschriften besonders gut bewertet wurden. Ursprung und Hofmeister kritisieren, damit werde bei einigen Wissenschaftlern der „Forschungsoutput unvollständig und deshalb unter Umständen verzerrt erfasst“. Zudem nehme die Beschränkung auf die wichtigsten Zeitschriften „gewissen Ökonomen die Anreize, sich mit Problemen auseinander zu setzen, die z.B. nur von lokalem Interesse sind“ und nur in unbedeutenderen Fachzeitschriften veröffentlicht werden können. „Ein allgemein einsetzbarer Forschungsindikator muss notwendigerweise eine Vollerhebung des Forschungsoutputs anstreben“, schreiben Ursprung und Hofmeister.

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