Lindauer Nobelpreisträgertreffen 2008
Mit dem HB Nobelpreisträger treffen - bis Freitag bewerben

Nachwuchsökonomen, die als "Handelsblatt Fellow" im August kostenlos zum Nobelpreisträgertreffen nach Lindau reisen möchte, kann sich noch bis Freitag bewerben - unbürokratisch per E-Mail.
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Bis zu 25 junge Ökonomen können über das Handelsblatt am dritten Treffen der Ökonomie-Nobelpreisträger, das diesen Sommer in Lindau am Bodensee stattfindet, teilnehmen. Studenten, Doktoranden und Post-Docs müssen sich dafür bis Freitag, den 21. März beim Handelsblatt bewerben. (»  Details dazu hier: „Wie werde ich Handelsblatt Fellow?“ ) „Ich kann nur jedem empfehlen, da mitzumachen“, sagt der ehemalige „Handelsblatt Fellow“ Peter Werner aus Köln. „Das war wirklich eine gute Zeit.“ Das Kuratorium für die Nobelpreisträgertagungen, die Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen am Bodensee und das Handelsblatt, das erneut Medienpartner der Veranstaltung ist, übernehmen die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Anreise aus Deutschland.

Diesmal haben 14 Laureaten ihr Kommen zugesagt – unter anderem die Spieltheoretiker Robert Aumann und John Nash sowie die Makro-Ökonomen Robert Solow, Finn Kydland und Edmund S. Phelps. Auch der einzige deutsche Nobelpreisträger, Reinhard Selten aus Bonn, wird zum dritten Mal in Folge dabei sein.

Was die Lindauer Nobelpreisträger-Treffen einmalig macht, ist die besondere Atmosphäre vor Ort. Die Studenten können die Laureaten nicht nur aus der Ferne anhimmeln, sondern sie buchstäblich anfassen. „Das Wichtigste ist, dass wir mit den Studenten diskutieren“, beschreibt Solow, Nobelpreisträger von 1986, das Credo der Veranstaltung. Und Christian Merkl betont: „Das sind keine Floskeln. Die Nobelpreisträger hatten ein echtes Interesse, mit uns ins Gespräch zu kommen.“

Die Nobelpreisträgertreffen am Bodensee haben eine lange Tradition: Für die naturwissenschaftlichen Fächer gibt es sie seit 1951. Zwei Mediziner aus Lindau waren die Initiatoren. Sie wollten die im Zuge von Nationalsozialismus und Krieg international isolierte Wissenschaft in Deutschland wieder mit dem internationalen Geschehen vernetzen.

Der 2004 verstorbene Graf Lennart Bernadotte, Eigentümer der Blumeninsel Mainau, unterstützte die Mediziner dabei. Die enge Verbindung zu den Mainau-Grafen hat über all die Jahrzehnte gehalten: Heute ist Gräfin Sonja Bernadotte Vorsitzende des Kuratoriums, das die Tagungen organisiert. Wolfgang Schürer, Ökonomie-Professor aus St. Gallen und seit 2000 Vorsitzender der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen, betont: „Die Nobelpreisträgertagungen sind inzwischen eine internationale Visitenkarte für den Wissenschaftsstandort Deutschland.“

Vor zwei Jahren kam sogar Bundespräsident Horst Köhler nach Lindau. Das Staatsoberhaupt hielt nicht nur eine Begrüßungsrede, sondern war einen halben Tag bei dem wissenschaftlichen Teil der Tagung dabei.

Der besteht traditionell aus zwei Elementen. Jeder Nobelpreisträger hält im Plenum einen Vortrag zu einem Thema seiner Wahl. Im Jahr 2006 kristallisierten sich die internationalen Finanzmärkte sowie Arbeitsmarkt- und Konjunkturfragen als Schwerpunkte heraus. Aber auch der Klimawandel und die Abholzung des tropischen Regenwalds standen auf der Agenda.

Neben den Vorlesungen finden täglich mehrere kleine Seminare statt, in denen die Preisträger abgeschirmt von der Öffentlichkeit mit maximal 30 Nachwuchsforschern arbeiten. Bei den gemeinsamen Abendessen gibt es nicht etwa getrennte Tische für Professoren und Studenten, die Preisträger sind stattdessen systematisch auf die Tische mit den Nachwuchsforschern verteilt.

Die Plätze in Lindau sind unter Nachwuchswissenschaftlern sehr begehrt. Im vergangenen Jahr gingen bei den Organisatoren mehr als 4 000 Bewerbungen ein – und das, obwohl jeder Kandidat die Empfehlung ausgewählter Institutionen wie Universitäten und Notenbanken vorweisen musste. Aus dieser Bewerberflut siebt ein dreiköpfiges wissenschaftliches Gremium die Besten heraus – 2008 sind es maximal 450.

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