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Ökonomen und Politiker: Zwei Welten begegnen sich

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat den sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstituten, die am Donnerstag ihr Frühjahrsgutachten vorlegen, schon im Vorfeld verraten, was er mit dem Werk tun wird: es ignorieren. Zwar seien die Ratschläge von Ökonomen „oft sehr gut formuliert und sehr gut gemeint“, gab Glos jüngst zu Protokoll. Aber „kein Politiker liest sie“.

Seit Jahrzehnten reden in Deutschland Wirtschaftspolitiker und ihre ökonomischen Berater aneinander vorbei. Die politischen Entscheidungsträger klagen über realitätsferne Maximalforderungen aus der Wissenschaft. Die akademischen Berater attestieren der Politik einen „Hang zum pathologischen Lernen“.

Dabei unterhält die Politik beträchtliche Beratungskapazitäten, die sie sich auch einiges kosten lässt. Allein für die Frühjahrs- und Herbstgutachten der Forschungsinstitute gibt der Bund pro Jahr 1,3 Millionen Euro aus, der Sachverständigenrat kostet knapp 1,7 Millionen. Hinzu kommen etliche Millionen für zahlreiche Einzelstudien und individuelle Beratungsaufträge. Zusätzlich unterhalten mehrere Bundesministerien prominent besetzte wissenschaftliche Beiräte: Beim Bundeswirtschaftsministerium sind 36 Ökonomie-Professoren versammelt, beim Bundesfinanzministerium weitere 26. Hinzu kommen Gremien...

 
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