Private-Equity-Investoren
Heuschrecken sind besser als ihr Ruf

Private-Equity-Gesellschaften und Hedge-Fonds wird immer wieder rücksichtsloses Wirtschaften vorgeworfen - vor allem auf Kosten der Mitarbeiter. Doch eine Studie zeigt: Langfristig machen sie Unternehmen besser.

DüsseldorfSie spielten sich als große Retter auf - doch am Ende hinterließen sie ein zerstörtes Unternehmen: Als die amerikanische Private-Equity-Gesellschaft CD&R gemeinsam mit einem weiteren Finanzinvestor 1999 beim Flugzeugbauer Dornier einstieg, sollte das der Befreiungsschlag für die angeschlagenen Flugzeugwerke sein. Doch nur drei Jahre später musste der süddeutsche Konzern Insolvenz anmelden, von den einst über 3500 Arbeitsplätzen blieben nur wenige Hundert erhalten.

Ein deutsches Traditionsunternehmen - herabgewirtschaftet von einem gierigen Finanzinvestor. Für Ex-SPD-Chef Franz Müntefering war das der Beweis für das rücksichtslose Wirtschaften internationaler Private-Equity-Gesellschaften und Hedge-Fonds. Wie "Heuschrecken" würden sie über Unternehmen herfallen und nichts als verkümmerte Reste hinterlassen, polterte er im Jahr 2005.

Doch sechs Jahre später wird immer deutlicher: Der SPD-Politiker lag mit seiner Pauschalkritik falsch, Fehlinvestments wie bei Dornier scheinen Einzelfälle zu sein. Stattdessen zeigen Kapitalmarktforscher in einer Reihe aktueller Studien, dass Unternehmen, die in die Hände von Private-Equity-Investoren fallen, langfristig profitieren. Im Schnitt arbeiten sie nach der Übernahme produktiver und profitabler. Und auch die Angestellten müssen nicht in Panik verfallen, wenn ein Finanzinvestor anklopft. Denn Massenentlassungen sind nicht die Regel.

Was die wahren Folgen von Übernahmen durch Private-Equity-Gesellschaften und Hedge-Fonds sind, erforschen Ökonomen seit mehr als zehn Jahren. Lange tappten sie im Dunkeln, weil sich die Finanzinvestoren ungern in die Karten gucken lassen. "Wie sie durch ihre Investitionen in Unternehmen Gewinne erwirtschaften, ist ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis", sagt Christoph Kaserer. Der Professor für Finanzmanagement und Kapitalmärkte der TU München bekam aber bei der Datenrecherche Unterstützung von der European Private Equity and Venture Capital Association.

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