US-Notenbanker Plosser und Dudley
Fed sendet widersprüchliche Signale zum Leitzins

Die Erholung der US-Wirtschaft könnte die Fed nach Worten ihres Führungsmitglieds Charles Plosser früher als bislang angenommen zu einer Zinserhöhung zwingen. Sein Kollege William Dudley ist da ganz anderer Ansicht.
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WashingtonDie amerikanische Notenbank Fed sollte ihre Geldpolitik nach Ansicht eines ranghohen Zentralbankers lieber früher als später straffen. „Meine Meinung ist, dass wir unsere Politik angesichts der Annäherung an unser Inflationsziel von zwei Prozent und des sich bessernden Arbeitsmarkts entsprechend anpassen müssen“, sagte Charles Plosser, regionaler Fed-Präsident von Philadelphia, am Dienstag in Washington. „Das könnte uns dazu bringen, mit Zinsanhebungen eher früher als später zu beginnen.“

Falls die Federal Reserve zu lange an ihrer Politik des billigen Geldes festhalte, erhöhe sich die Inflationsgefahr, erläuterte Plosser. Trotz des schwachen Jahresanfangs aufgrund des harten Winters befinde sich die Wirtschaft nun in der besten Verfassung seit Beginn der Erholung.

Plosser ist in diesem Jahr stimmberechtigtes Mitglied des geldpolitischen Ausschusses FOMC. Er gilt als geldpolitischer „Falke“, also als Befürworter einer straffen Geldpolitik. Die Federal Reserve ist bereits dabei, ihre sehr lockere Krisenpolitik schrittweise zurückzuführen. Ende vergangenen Jahres hat sie damit begonnen, ihre zur Konjunkturbelebung aufgelegten Wertpapierkäufe zu verringern. Sollte die Fed das eingeschlagene Tempo halten, wären die Käufe „irgendwann im Herbst“ komplett eingestellt, sagte Plosser. Dies entspricht den Erwartungen an den Finanzmärkten. Mit Zinsanhebungen wird jedoch frühestens im nächsten Jahr gerechnet.

Sein Fed-Kollege William Dudley ist anderer Ansicht als Plosser: Die US-Notenbank kann bei der anstehenden Erhöhung der Zinsen nach Worten von Dudley langsam vorgehen. In der US-Wirtschaft gebe es viele freie Kapazitäten, die einen schnellen Preisanstieg verhindern dürften, erklärte Dudley am Dienstag. Alles deute auf eine Beschleunigung des Wachstums und einen langsamen Anstieg der Inflation in Richtung der Fed-Zielmarke von zwei Prozent hin. Ein schneller Anstieg des Preisauftriebs sei unwahrscheinlich. Dudleys Äußerungen sorgten am Rentenmarkt für Kursgewinne.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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