Wissenswert
Ausländische Studenten sind häufig die Besten

Studenten aus dem Ausland sind meist die Besten ihres Fachs. Daher fordern Ökonomen nun, die Visa-Regeln zu entschärfen. Die strengen Bestimmungen bremsen die Innovationskraft der Wissenschaft.
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KölnDer Weg nach Deutschland ist oft weit. Wer als Student aus einem Nicht-EU-Land an eine deutsche Uni will, braucht Geduld, Nerven und Geld. Nach stundenlangem Anstehen an der Botschaft müssen mehrere Tausend Euro auf ein Sperrkonto eingezahlt werden.

Nicht nur Studenten, sondern auch Ökonomen ärgern sich über derart strenge Regeln. "Restriktive Visa-Bestimmungen für Studenten bremsen die Innovationskraft der Wissenschaft", stellen drei Forscher um den Yale-Ökonomen Ahmed Mobarak in einer neuen Studie fest.

Denn ausländische Akademiker gehören oft zu den Besten ihres Fachs. In den USA hat in technischen Fächern fast jeder zweite Doktorand ausländische Wurzeln. Rund ein Viertel der eingereichten Patente geht auf das Konto von zugewanderten Forschern.

Und in einigen Studiengängen sind Ausländer schon in der Überzahl. "Die Zuwanderung von ausländischen Studenten in naturwissenschaftliche und technische Studiengänge dürfte ein Grund dafür sein, dass die USA ihre Spitzenstellung in diesem Bereich gehalten haben", schreiben die Forscher. Denn amerikanische Schüler hätten in Mathe und Naturwissenschaften oft Defizite.

Für ihre Studie trugen die Ökonomen Daten aus 2300 naturwissenschaftlichen und technischen Fakultäten an US-Universitäten zusammen und untersuchten, in welchen Jahren dort besonders viele Studien veröffentlicht wurden.

Einen messbaren Anstieg der Publikationszahlen gab es etwa in den 1980er-Jahren, als die chinesische Regierung die Ausreisebeschränkungen für Studenten lockerte und mehr Chinesen zum Studium in die USA kamen. Besonders deutlich war der Effekt an Hochschulen wie der Universität von Texas, die bei chinesischen Studenten besonders beliebt ist.

Auch Studenten aus Indien beflügelten die US-amerikanische Forschung, argumentieren die drei Ökonomen. Ihre Daten zeigen einen Zusammenhang zwischen dem indischen Bruttoinlandsprodukt und den Publikationszahlen an US-Universitäten.

Die Forscher erklären das so: Je reicher die Inder wurden, desto mehr junge Leute konnten sich ein Studium in den USA leisten, wo sie in Forschungslabors und Archiven erfolgreich an neuen Studien tüftelten.

Sie trauen sich sogar zu, den Effekt genau zu beziffern: Jeder ausländische Student, der in den USA seinen Doktor macht, sorge dafür, dass seine Fakultät in dieser Zeit rund eine Studie mehr veröffentlicht. Dass andere Faktoren, etwa steigende Forschungsetats oder bessere Laborausstattungen für den Anstieg der Publikationszahlen verantwortlich waren, konnten die Ökonomen ausschließen.

Noch wertvoller werden ausländische Akademiker, wenn sie auch nach der Abschlussfeier in ihrer neuen Wahlheimat bleiben. Denn sie verdienen meistens deutlich mehr als Einheimische, stellt die Ökonomin Jennifer Hunt (Mc Gill Universität) in einer Studie über Bildungsmigranten in den USA fest. Außerdem gründen die hochqualifizierten Einwanderer öfter ein erfolgreiches Unternehmen und melden häufiger Patente an.

Dieses Potenzial wird vor allem in Deutschland sträflich vernachlässigt, wie eine Studie des Sachverständigenrates für Integration und Migration kürzlich zeigte: Nur jeder vierte ausländische Student bleibt nach seinem Abschluss in Deutschland. Die meisten frischgebackenen Absolventen reisen mit ihren Universitätszeugnissen in der Tasche gleich wieder nach Hause. Der Grund: Eine neue Aufenthaltsgenehmigung kostet wieder viel Geduld, Nerven und Geld.

Kommentare zu " Wissenswert: Ausländische Studenten sind häufig die Besten"

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  • @Kritiker

    Krankenschwester ist übrigens ein sehr gutes Bsp. dafür, dass in DE die Standards der Ausbildung oft zu niedrig sind. Durch mein Hintergrundwissen kann ich ihnen sagen, dass die Qualitätsunterschiede je nach Klinik enorm variieren. Das ist für die Qualifikation von Studenten schon mal nicht sehr gut.

    Es fehlt anscheinend oft eine Qualitätskontrolle. Des Weiteren sorgt das "Lernen in der Praxis" eben auch für geringere Standards, denn niemand kontrolliert und kann kontrollieren, was genau dort gelernt wird und ob überhaupt. Im schlimmstenfall hat man dann halt in der Praxis nur abarbeiten ohne Lerneffekt, was bei der Personalsituation auch kein Wunder ist. Das kann eben heißen, dass der Azubi jeden Tag nur Patienten bis 14 h wäscht. Oder man bekommt etwas falsch vermittelt, oder etwas, was nicht auf dem neuesten Stand ist.

    ich ganz persönlich schätze die Qualität in vielen anderen Ländern mit ihrem wissenschaftsnahen Studium höher ein. Soviel meine Meinung dazu.

    also hören sie auf zu verlangen, man möge das Bildungsniveau absenken. Diese Anpassung nach unten in DE empfinde ich als peinlich.





  • @Kritiker01

    sind sie verrückt? Was die Wirtschaft will, interessiert niemanden. Da sitzen teilweise lauter hohle Nüsse in den Vorstandsetagen, keine Ahnung vom richtigen Leben.

    die verstehen oft ja nicht mal Gesamtzusammenhänge.

    im Ausland ist alles tertiär, weil dort 80% ein Abitur haben und danach geht man in der Höheren Bildung studieren. DE wird sich dem anpassen müssen, sonst sieht es irgendwann schlechter qualifiziert aus und außerdem haben die eigenen Bürger irgendwann immer weniger Möglichkeiten selbst ins Ausland zu gehen, weil sie mit ihrer niedrigeren Sekundarschulqualifikation dann nichts mehr anfangen können.

    schon heute kann eine deutsche Krankenschwester in vielen Ländern nicht arbeiten, sie muss erst nachstudieren. Trotz selber Lerndauer gilt sie in Neuseeland und AU als Hilfsarbeiterin.

    die Deutschen wollen auch bei der Globalisierung mitspielen dürfen und nicht immer abgekoppelt werden und nachher überall Hilfsarbeiter sein.

    die Lerndauer ist gleich. Man bildet seine Bürger immer höchstmöglich und bestmöglich aus, denn die anderen machen es so!! Und die hören nicht damit auf. Das können die oft gar nicht, denn entweder sind die Bürger hoch bildungsaffin wie in Chinas Kultur, oder aber die Highschool ist Standard und da lernen alle 12-13 Jahre schulisch.




  • in den FTD stand letztens, dass in DE nur 14% der Auslandsstudenten bis zum Ende durchhalten. Vielleicht kriegt DE andere als die USA, aus denen die Studie ist und die vorallem Inder und Chinesen anzieht.

    das ist nicht auf DE übertragbar.

    hier steht was von 50%

    http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/studie-fast-jeder-zweite-auslaendische-student-bricht-uni-ab/5370320.html

    was auch immer nun stimmt, es ist eine hohe Zahl. Asiaten sind übrigens auch nur Menschen, keine Übermenschen.

    außerdem sollten Studenten aus Nicht-EU-Ländern ruhig Gebühren zahlen. Das ist der Standard in allen! Ländern außer DE. Nur arme Studenten bekommen dann Stipendien/Gebührenerlass und EU-Bürger sind dann kostenfrei. Ich hab bisher noch kein Land gefunden außer DE, wo man als Nicht-EU-bürger kostenfrei studieren darf.

    und in DE sind die Gehälter nicht attraktiv - wurden gerade abgesenkt, um "attraktiv" für "Mitarbeiter" zu sein angeblich, man meinte Arbeitgeber.

    ein IT Spezi soll in DE nun ein Eingangsgehalt von 33 bis 36 000 Euro kriegen. In Kanada und Australien kriegt der das doppelte mindestens.

    Warum soll der dann hierher kommen? Die deutsche Wirtschaft hat eine Ausbeutermentalität und das Image ist stetig im Sinken. Das spricht sich auch im Ausland herum.

    auch im Ausland bekommt man mit, dass in DE seit gut 15 Jahren die Löhne nicht stiegen, die Reallohnentwicklung war nur in DE stark negativ. Selbst bei Ingenieuren stiegen die Löhne nur um mickrige 2%, insgesamt sanken die um 11%.

    im Ausland hingegen gab es bis zu hoch zweistellige Lohnerhöhungen. Sowas macht Länder attraktiv.

    Deshalb wollten zuletzt nicht mal Gurkenpflücker nach DE kommen, selbst die bekommen in den Niederlanden mehr.



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