Neue Studie erklärt, warum nach einem Merger viele Beschäftigte kündigen
Nach der Fusion kommt der Kulturkampf

Nach einer Unternehmensübernahme bricht zwischen den Beschäftigten der verschmolzenen Unternehmen ein Machtkampf aus, zeigt eine neue Studie. Wer vorher beim kleineren Fusionspartner gearbeitet hat, für den brechen unangenehme Zeiten an. In der neuen Organisation hat er weniger Verbündete. Viele Betroffene reagieren darauf mit Kündigung.

Es war eine imposante Abstimmung mit den Füßen. Fünf ehemalige Vorstände der Hypo-Vereinsbank (HVB) und zwei Bereichsvorstände kehrten dem Geldhaus nach der Übernahme durch Unicredit den Rücken. Die Bank kam das teuer zu stehen – die Abfindungen für die Manager summierten sich auf 25 Mill. Euro. Vor allem der autokratische Führungsstil von Unicredit-Chef Alessandro Profumo soll die Massenflucht ausgelöst haben – das „Manager Magazin“ nennt ihn den „Mailänder Machiavelli“.

Das Ausbluten der HVB-Führung gefährdete den Erfolg der gesamten Fusion. Und auch wenn die Querelen im Vorstand inzwischen ausgestanden sind – ob der Unicredit-HVB-Deal ein nachhaltiger Erfolg wird, ist noch nicht entschieden. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gerade groß. Zwischen 1950 und 2000 waren nach Angaben der Unternehmensberatung Ernst & Young 62 Prozent aller Fusionen ein Flop. Oft macht die Integration der Management- und Produktionsstrukturen Schwierigkeiten, und auch die Unternehmenskultur erweist sich häufig als Hemmschuh.

Probleme wie bei der Hypo-Vereinsbank sind ebenfalls an der Tagesordnung – das ist das Ergebnis einer aufwendigen Studie, die ein dreiköpfiges Forscherteam um Michael Gibbs von der Graduate School of Business der University of Chicago in der vergangenen Woche vorlegte. Dabei handelt es sich um eine der ersten systematischen empirischen Untersuchungen über die informellen sozialen Konflikte, die Fusionen und Übernahmen für die Belegschaft mit sich bringen.

Die Ökonomen kommen zu dem Schluss: Zwischen den Beschäftigten der fusionierten Unternehmen bricht oftmals ein informeller Machtkampf aus. Denn nach einer Fusion werden die Karten für die Beschäftigten neu gemischt – von den formalen Machtbefugnissen über den informellen Status bis hin zu den persönlichen Netzwerken der Mitarbeiter.

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