Ölpreis und Euro-Stärke belasten
EZB gibt sich gelassen

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht die Konjunktur in der Euro-Zone trotz hoher Ölpreise und des Euro-Höhenflugs nicht ernsthaft in Gefahr. Der Inflationsdruck bleibt nach Ansicht der Notenbank außerdem gering.

HB BRÜSSEL. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet signalisierte am Dienstag im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel, dass die EZB den Leitzins derzeit nicht ändern will, eine Zinserhöhung aber weiter auf der Tagesordnung steht. Trichet zufolge hat bisher schon die bloße Bereitschaftsbekundung der EZB zu höheren Zinsen den Preisauftrieb dämpfen können. Jüngste Daten deuteten zwar auf eine schwächere Wirtschaftsentwicklung als im ersten Halbjahr hin. Dennoch gebe es noch immer gute Bedingungen für ein Wachstum im nächsten Jahr von rund zwei Prozent. Die Inflationsrate werde wegen des hohen Ölpreises noch einige Monate über zwei Prozent verharren, danach aber sinken.

Der EZB-Präsident wiederholte seine Warnung, der jüngste Euro-Anstieg sei der Zentralbank nicht willkommen. Am Devisenmarkt verhallten seine Worte jedoch, der Dollar erreichte zum Euro wegen überraschend schwacher US-Konjunkturdaten ein neues Rekordtief.

Die EZB entscheidet am Donnerstag über den Leitzins und wird ihn nach einhelliger Erwartung von Analysten unverändert bei 2,00 % lassen. Da sich die Aussichten für die Konjunktur wegen der anhaltend hohen Ölpreise und des Euro-Anstiegs eingetrübt haben, erwarten viele Bankvolkswirte mittlerweile, dass die Zentralbank nicht vor dem zweiten Halbjahr 2005 die Zinsen erhöhen wird. Noch vor einem Monat hatte die Mehrheit auf das erste Halbjahr gesetzt. Analysten sahen sich von Trichets Äußerungen in ihren Prognosen nun bestätigt. „Es gibt nicht viel Neues von Trichet, ...die EZB wird das gesamte erste Halbjahr abwarten“, sagte Christa Aranda-Hassel, Analystin von CSFB.

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