Preissteigerung beschleunigt sich
Ölpreise heizen die Inflation an

Die steigenden Ölpreise haben im August die Preissteigerung in Deutschland unerwartet deutlich angeheizt. Volkswirte halten den Inflationsanstieg aber für vorübergehend, vor allem weil derzeit keine inflationstreibende Lohnsteigerungen in Sicht sind.

HB BERLIN. Die Verbraucherpreise stiegen nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag von Juli auf August um 0,2 %, obwohl die Preise zu dieser Jahreszeit normalerweise etwas sinken. Die Inflationsrate legte deshalb auf 2,0 von 1,8 % zu. „Die steigenden Ölpreise waren im August die Triebfeder für das Preisniveau. Abgesehen davon gibt es aber in Deutschland kaum Inflationsgefahren“, sagte Jürgen Michels von der Citigroup. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einen monatlichen Preisanstieg von 0,1 % und einer Jahresteuerung von 1,9 % gerechnet.

Für Heizöl mussten die Verbraucher in einigen Bundesländern bis zu zehn Prozent mehr bezahlen als im Juli und sogar rund ein Viertel mehr als vor einem Jahr. An der Tankstelle bekamen Autofahrer den Ölpreisanstieg zu spüren: Benzin verteuerte sich meist um mindestens zwei Prozent. Die Tankfüllung kostete damit rund acht Prozent mehr als im August 2003. „Das Rekordhoch beim Ölpreis schlägt sich auch bei Heizöl- und Kraftstoffpreisen nieder“, erklärte das Statistische Landesamt in Stuttgart die regionale Inflationsentwicklung. Das Bundesamt berechnet die gesamtdeutsche Rate auf Basis der Daten aus sechs Ländern.

Urlauber mussten für Pauschalreisen vielerorts gut fünf Prozent mehr ausgeben. „Schuld sind wahrscheinlich die späten Schulferien in einigen großen Bundesländern. Ölaufschläge könnten aber auch hier eine Rolle gespielt haben“, sagte Stephan Rieke von der ING BHF-Bank. Beim Kauf von Lebensmitteln konnten die Menschen dagegen Geld sparen, weil Obst und Gemüse billiger wurden.

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