RBS/BME-Einkaufsmanagerindex
Industrie erlebt stärksten Aufschwung seit 2000

Die deutsche Industrie erlebt den stärksten Aufschwung seit sechs Jahren und stellt so viele neue Mitarbeiter ein wie zuletzt im Sommer des Boomjahres 2000.

HB BERLIN. Der RBS/BME-Einkaufsmanagerindex für Deutschland kletterte im Juni auf 59,5 von 58,5 Punkten im Vormonat, wie das britische Forschungsinstitut NTC am Montag mitteilte. Damit notiert der Index nun schon seit zehn Monaten über der Schwelle von 50 Zählern, ab der er eine Ausweitung der Geschäfte in dem Sektor anzeigt. Der Index für die Beschäftigung legte auf 55,1 von 53,5 Zählern zu - das ist der zweithöchste Stand in der Umfrage, in der seit 1996 rund 400 Unternehmen befragt werden.

Nachdem sich das Produktionswachstum in den letzten Monaten etwas abgeschwächt hatte, beschleunigte es sich im Juni erneut. Der entsprechende Teilindex kletterte auf 62,1 von 60,7 Punkten. Hintergrund ist die anziehende Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen und die Einführung neuer Produktlinien, die bei den Konsum- und Vorleistungsgüterproduzenten, aber auch den Herstellern von Investitionsgütern für kräftige Ausweitungen sorgten. Vor allem die Inlandsbestellungen legten zu, doch auch bei den Exportorders verbuchten die Umfrageteilnehmer ein deutliches Plus. Angezogen hat vor allem die Nachfrage aus Frankreich, Italien, Spanien, den USA, Polen und der Türkei.

Wegen der starken Zuwächse beim Auftragseingang standen die Kapazitäten NTC zufolge erneut unter Druck. Der Auftragsbestand stieg so stark wie noch nie, seitdem diese Daten von den Unternehmen erfragt werden.

Die Preismacht der Firmen verbesserte sich im Juni weiter. Sie konnten ihre Verkaufspreise so stark erhöhen wie noch nie, seitdem die Daten im September 2002 erstmals erhoben wurden. Allerdings stiegen wegen höherer Metallpreise, aber auch wegen der hohen Öl- und Energiepreise, die Einkaufspreise so stark wie im Mai und hielten sich damit auf dem erreichten 16-Monats-Hoch.

Wegen der stärkeren Nachfrage nach bestimmten Vormaterialien kam es NTC zufolge zu Lieferunterbrechungen; die durchschnittlichen Lieferzeiten verlängerten sich so stark wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Während die Vormateriallager aufgefüllt wurden, sanken die Bestände in Fertigwarenlagern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%