Schärfere Kontrollen gefordert
BaFin: 600 Milliarden Dollar Ausfallrisiko

Die Kreditkrise könnte die internationale Finanzbranche noch viel stärker treffen, als bisher befürchtet. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hält einem Medienbericht zufolge Verluste bei Banken und anderen Instituten von rund 430 Milliarden Dollar weltweit für wahrscheinlich. Das Ausfallrisiko durch fehlgeschlagene Spekulationen liege sogar noch höher.

HB FRANKFURT: Das Ausfallrisiko, das Finanzinstitutionen weltweit durch fehlgeschlagene Spekulationen rund um minderwertige amerikanische Hypothekendarlehen im ungünstigsten Fall verkraften müssen, werde sogar mit bis zu 600 Milliarden Dollar beziffert. Nach Einschätzung der BaFin muss dieses Szenario aber nicht zutreffen. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beruft sich sich auf eine interne Vorlage der Aufsichtsbehörde.

„Nach gegenwärtiger Marktlage und Kenntnis halten wir einen Betrag von 430 Milliarden US-Dollar für wahrscheinlicher“, heißt es den Angaben zufolge in dem 16-seitigen Papier. Die Expertise listet laut „Spiegel“ umfassend auch von den Kreditinstituten schon eingeräumte Verluste auf: insgesamt 295 Milliarden Dollar. Auf deutsche Banken entfallen den Angaben zufolge davon rund zehn Prozent. Bleibe es bei diesem Anteil, wäre bei deutschen Kreditinstituten im schlimmsten Fall mit Verlusten von bis zu 60 Milliarden Dollar zu rechnen, im günstigeren Szenario mit 43 Milliarden Dollar, schrieb das Blatt.

Die Experten der BaFin befürchten dem Nachrichtenmagazin zufolge, dass die Finanzkrise in weitere Bereiche der Wirtschaft ausstrahlt. Die Turbulenzen könnten auch „andere Finanzinstitutionen außerhalb des Bankensektors“ treffen. Im Einzelnen zähle die Vorlage Hedgefonds, Versicherungen und Pensionskassen auf, „vielleicht sogar einige Gesellschaften aus dem Unternehmensbereich“. Von der BaFin gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht.

Die Finanzkrise zieht immer weitere Kreise. In der Diskussion um eine schärfere Kontrolle der Finanzindustrie preschen die USA der „New York Times“ zufolge mit einer umfassenden Reform der Finanzmarktaufsicht vor. Demnach soll die US- Notenbank künftig das Recht haben, die Branche bis hin zur internen Buchführung von Investmentbanken, Hedge-Fonds oder Rohstoff-Börsen unter die Lupe zu nehmen, sollten deren Geschäfte eine Gefahr für das Finanzsystem darstellen. Finanzminister Henry Paulson will die Vorschläge den Angaben zufolge am Montag offiziell vorstellen.

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