Schlüsselzins jetzt 3,75 Prozent
Fed erhöht Leitzins trotz „Katrina“-Dämpfer

Die US-Notenbank Federal Reserve hat die Leitzinsen trotz Sorge vor einem Konjunkturdämpfer durch Hurrikan „Katrina“ erneut angehoben - zum nunmehr elften Mal in Folge. Sie liegen damit so hoch wie seit Juni 2001 nicht mehr.

HB WASHINGTON. Der als Schlüsselzins geltende Zielsatz für Tagesgeld steigt auf 3,75 Prozent. Die Fed hat damit eine Fortsetzung ihrer Politik moderater Zinserhöhungen signalisiert. Analysten hatten mehrheitlich mit diesem Schritt gerechnet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält seit Juni 2003 den Leitzins auf dem historischen Tief von 2,0 Prozent. Der Dollar reagierte mit leichten Kursgewinnen. Die US-Börsen gaben nach.

Die Fed bekräftigte, die weiter lockere Geldpolitik könne in maßvollem Tempo beendet werden. Mit dieser Formulierung signalisieren die Währungshüter seit Monaten, dass die Leitzinsen in moderaten Schritten angehoben werden. Die Auf- und Abwärtsrisiken für die Preisstabilität und Wachstum hielten sich bei angemessenen Maßnahmen in etwa die Waage, bekräftigte die Notenbank.

Der Hurrikan „Katrina“ habe kurzfristig für mehr Unsicherheit gesorgt, stelle aber keine anhaltende Gefahr dar. Auf konjunkturelle Veränderungen werde sie reagieren, sofern dies zur Stabilisierung der Preise erforderlich werde. Allerdings hätten die gestiegenen Energie- und anderen Kosten das Potenzial, den Inflationsdruck zu verstärken.

Die US-Wirtschaft habe vor den Verwüstungen durch "Katrina" eine solide Expansion aufgewiesen, hieß es in der Erklärung. Neben einem Ölpreisanstieg hätten die Sturmfolgen auch eine höhere Volatilität der Energiekosten zur Folge gehabt. Zwar sei durch diese Naturkatastrophe die Unsicherheit über die kurzfristige Wirtschaftsentwicklung gestiegen, es bestehe jedoch keine längere Bedrohung, zeigte sich das FOMC sicher. Im Unterscheid zu früheren Erklärungen machten die Währungshüter diesmal keine Aussage zum Arbeitsmarkt.

Experten sahen in der Erklärung keinen Hinweis auf eine Pause im Zinszyklus der Fed. „Was auch immer sie über Katrina denken, sie zeigen sich unbeeindruckt. Sie sind nicht besorgt über den Schluckauf der Wirtschaft“, sagte Jim Swanson MFS Investment Management.

Michael Metz von Oppenheimer & Co bemerkte: „Das ist exakt das, was wir erwartet haben. Die Fed ist besorgt über die Inflation, glaubt aber, dass sie gut unter Kontrolle ist“. Benjamin Pace von der Deutsche Bank Private Wealth Management sagte: „Ich denke, es gibt vielleicht nicht genug Hinweise darauf, dass die Fed bereit ist (die Zinserhöhungen) zu beenden um dem Aktienmarkt zu helfen“.

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