Sparkurs zeigt erste Erfolge
Griechenland reduziert sein Etatdefizit deutlich

Griechenland will in diesem Jahr die Defizitvorgaben des EU-Stabilitätspakts einhalten. So hofft Athen, eine drohende Verschärfung des Defizitverfahrens und Strafgelder in Milliardenhöhe zu vermeiden.

ATHEN. „Wir sind auf gutem Weg“, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Giorgos Alogoskoufis dem Handelsblatt. Sein Ziel, das Haushaltsdefizit auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken, sei realistisch, betont der 51-jährige frühere Wirtschaftsprofessor. Auch die EU-Kommission geht – entgegen früheren Befürchtungen – inzwischen davon aus, dass Athen die Drei-Prozent-Vorgabe 2006 einhalten wird

Das wäre ein beachtlicher Erfolg. Denn kein EU-Land hat so nachhaltig und krass gegen den Stabilitätspakt verstoßen wie Griechenland. Seit ihrem Beitritt zur Euro-Zone Anfang 2001 haben die Griechen den Defizitreferenzwert von drei Prozent des BIP nie eingehalten. Die Aufnahme in die Währungsunion erschlich sich die damalige sozialistische Regierung mit geschönten Haushaltszahlen, wie sich später herausstellte. 2004, im letzten Haushaltsjahr der damaligen sozialistischen Regierung, erreichte die griechische Defizitquote mit 6,9 Prozent den höchsten Stand in der EU – ein schweres Erbe für den konservativen Kassenwart Alogoskoufis. Konfrontiert mit einem verschärften Defizitverfahren der EU und der Androhung milliardenschwerer Geldbußen leitete er mit seinem Budget 2005 die Konsolidierung des Haushalts ein.

„Wir haben uns 2005 vor allem darauf konzentriert, die Ausgaben strikt zu begrenzen und damit die Defizitquote auf 4,5 Prozent drücken können“, sagt Alogoskoufis. „Den Sparkurs setzen wir in diesem Jahr fort: Die öffentlichen Ausgaben werden 2006 nur halb so stark wachsen wie das BIP.“ Das Bruttoinlandsprodukt verzeichnete im ersten Halbjahr ein Plus von mehr als vier Prozent, womit Griechenlands Wirtschaftswachstum deutlich über dem Durchschnitt der Euro-Zone liegt. „Die starke Konjunktur ist natürlich eine große Hilfe bei der Haushaltskonsolidierung“, sagt Alogoskoufis und verweist darauf, dass dieses Wachstum nicht auf das Konto der öffentlichen Hand gehe, sondern ausschließlich das Ergebnis privater Investitionen und des privaten Verbrauchs sei. Beflügelt wird die Konjunktur von der Bauwirtschaft, privaten Investitionen, dem Tourismus und florierenden Exporten.

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