Staatsschulden steigen
Bundesbank sieht noch keine Konjunkturwende

Die Deutsche Bundesbank rechnet „in der nächsten Zeit“ nicht mit einer konjunkturellen Erholung. Die deutsche Wirtschaft habe sich auch im 2. Quartal 2003 nicht aus der Stagnation lösen können. Dies zeigten die bislang vorliegenden Indikatoren der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, schreiben die Bundesbank-Volkswirte in ihrem am Montag veröffentlichten Juli-Bericht.

dpa FRANKFURT. Gleichzeitig hat jedoch die öffentliche Verschuldung deutlich zugenommen. Zumindest die Gefahr einer Rezession ist für die Frankfurter Notenbank derzeit kein Thema. „Ein Abgleiten in eine stärkere negative Entwicklung erscheint aber wenig wahrscheinlich“, betont die Bundesbank. Allerdings dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 2. Quartal das vergleichbare Vorjahresniveau kaum mehr überschritten haben.

Saisonbereinigt lagen die Auftragseingänge der Industrie in den beiden Monaten April und Mai „merklich“ niedriger als im 1. Vierteljahr 2003. Gegenüber dem Vorjahresstand ergab sich nach Angaben der Bundesbank sogar eine Lücke von 3,25 Prozent. Vor allem die Auslandsbestellungen blieben saisonbereinigt um fast drei Prozent hinter dem 1. Vierteljahr zurück. Das Vorjahresergebnis wurde um fast sechs Prozent unterschritten. Angesichts der Brückentage dürfte dieser Rückgang aus konjunktureller Sicht aber „etwas überzeichnet sein“.

Die Neuverschuldung der öffentlichen Hand hat sich parallel allerdings deutlich nach oben entwickelt. Mit einer Nettokreditaufnahme im Zeitraum Januar bis Mai von 46,1 Milliarden Euro kamen die Haushaltspolitiker bei Bund, Ländern und Gemeinden schon deutlich in die Nähe des Gesamtjahres 2002. Im vergangenen Jahr hatte die Neuverschuldung der Gebietskörperschaften 54,6 Milliarden Euro erreicht. Allein der Bund hat nach Darstellung der Bundesbank im 1. Halbjahr mit 24,4 Milliarden Euro neu aufgenommener Mittel den entsprechenden Vorjahreswert „um mehr als die Hälfte“ übertroffen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%