Starke Zunahme der inländischen Verwendung
Export-Schwäche bremst das Wachstum

Wegen der schwächeren Dynamik im Außenhandel ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal nur um real 0,1 % zum Vorquartal gewachsen.

HB WIESBADEN. Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal wegen sinkender Exporte kaum noch gewachsen. Volkswirte zeigten sich jedoch vorsichtig optimistisch, dass ein deutlicher Anstieg der Investitionen die lang ersehnte Belebung der Binnennachfrage signalisiert. Die Exporte fielen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag erstmals seit mehr als einem Jahr zum Vorquartal. Weil die Importe gleichzeitig zulegten, bremste der Außenhandel das Wirtschaftswachstum deutlich ab. Allerdings legte die Inlandsnachfrage zu, wobei die Ausrüstungsinvestitionen kräftig kletterten. „Das zeigt, dass die Firmen langsam ihre Zurückhaltung aufgeben und allmählich etwas Schwung in die Wirtschaft bringen“, sagte Jürgen Michels von der Citigroup.

Wie das Wirtschaftsministerium sprach Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim von einem positiven Signal, schränkte aber ein: „Die anziehende Binnenwirtschaft kann kurzfristig die schwächere Dynamik im Außenhandel nicht völlig ausgleichen.“ Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im dritten Quartal um 0,1 Prozent über dem Vorquartal und 1,3 Prozent über dem Vorjahresquartal, wie die Statistiker bereits vor zwei Wochen mitgeteilt hatten. Im ersten und zweiten Quartal war das BIP noch angetrieben vom florierenden Export um je 0,4 Prozent zum Vorquartal gewachsen.

Wachstumsmotor Export verliert an Kraft

In den Monaten Juli bis September jedoch sanken die Exporte um 1,1 Prozent zum Vorquartal, während die Importe um 4,3 Prozent zulegten. Der Außenhandel reduzierte damit die Wachstumsrate um 1,9 Prozentpunkte. „Wir hatten zuletzt die Euro-Aufwertung und eine Verlangsamung der weltweiten Nachfrage. Diese Kombination tut der deutschen Wirtschaft weh“, sagte Thomas Hueck von der HypoVereinsbank. Rohöl hatte sich im dritten Quartal um rund 30 Prozent verteuert.

Weitere Exportrückgange erwartet Hueck nicht, rechnet allerdings mit einer insgesamt nachlassenden Dynamik. Auch die Experten der Commerzbank sprachen von einem Ausreißer und gehen für die kommenden Monate davon aus, dass die Exporte wieder zulegen und sich damit das Wachstum zum Jahresende erneut beschleunigt.

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