Stimmt es, dass...
Wäre ein allgemeiner Schuldenerlass möglich?

Zinsfreies Geld in den Finanzsektor zu pumpen ist keine Krisenbewältigungsmaßnahme, die lange funktionieren kann. Allerdings kann man den Finanzsektor auch nicht einfach pleitegehen lassen.
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Die bisherige Strategie zur Bewältigung der Finanzkrise besteht im Kern darin, zinslos Unmengen neues Geld in die Finanzbranche zu pumpen, um eine viel zu große Schuldenlast auf der Wirtschaft tragbar zu halten. Viel sinnvoller wäre es, das neue Geld zu verwenden, um die Schuldenlast abzubauen. Die Finanzkrise ist dadurch entstanden, dass die Banken zu viele Kredite vergeben haben, denen keine neu geschaffenen Werte gegenüberstehen.

Ein Musterbeispiel sind die Immobilienkredite in den USA, Irland und Spanien. Sie trieben vor allem die Preise für bestehende Immobilien nach oben. Dadurch entstand ein hohes Maß an Verschuldung, dem keine echten Werte und Einkommen gegenüberstehen. Wer diese Schulden abzahlen muss, kann das Geld nur aus seinem sonstigen Einkommensstrom abzweigen.

Die Empfänger der Tilgungen im Finanzsektor haben in der Krise anderes zu tun, als das Geld in die Wirtschaft zurückzuführen. Es wird dem Kreislauf entzogen. Das betrifft Immobilienkäufer und Wohnungsbaugesellschaften ebenso wie Unternehmen, die im Vertrauen auf den vom Immobiliensektor ausgehenden Wirtschaftsboom auf Kredit investierten.

Jetzt, wo der Immobiliensektor den Rückwärtsgang eingelegt hat, erweisen sich viele dieser Investitionen als nicht werthaltig. Die Schulden aber sind da und müssen aus der normalen Wirtschaftstätigkeit finanziert werden. Wenn alle ihre Schulden tilgen wollen, dann klappt das nicht, weil die Nachfrage und damit die Einkommen immer weiter sinken, was die Fähigkeit, Schulden zurückzuzahlen, verringert.

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Neues Geld begünstigt die Hauptschuldigen

Kommentare zu " Stimmt es, dass...: Wäre ein allgemeiner Schuldenerlass möglich?"

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  • Allein zwischen 1990-2000 hat der Bund 763 Mrd. Kredite aufgenommen - Zinszahlungen im gleichen Zeitraum: 924 Mrd. Schon vor zehn Jahren hatt die Neuverschuldung nicht einmal mehr die Zinslasten gedeckt und da war die Schuldenlast noch halb so hoch wie jetzt.

  • Der Vorschlag unterscheidet sich nicht wesentlich von dem Schuldenschnitt den Sarah Wagenknecht bevorzugt -- das Ganze ist ziemlich radikal und nach wie vor der einzige Vorschlag der zumindest nicht die Verschuldung und damit die Krise immer weiter vertieft und auch die Verursacher nicht verschont.
    Bravo für diesen Artikel!

  • Schöne Idee - aber das wird sicher von der Elite abgelehnt. Aber wenn wir noch 2-3 Jahre warten bekommen wir eine globale Währungsreform inkl. Schuldenschnitt. Bis dahin viel Leid und Unruhen. Japan, Italien und die USA hätten sicher nichts dagegen...

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