Tankan-Bericht: Export treibt das Wachstum an
Stimmung in japanischer Wirtschaft wird besser

Erstmals seit fast drei Jahren überwiegt im Verarbeitenden Gewerbe Japans die Zahl jener Unternehmen, die positive Geschäftsaussichten erwarten. Die Wendung kam nicht unerwartet.

HB TOKIO. Die Manager der Großindustrie zeigten sich im Quartal Juli bis September so zuversichtlich wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr, wie am Mittwoch aus dem weltweit beachteten „Tankan“-Bericht der Bank von Japan (BoJ) hervorging. Der darin erfasste Stimmungsindex für die Großindustrie stieg auf plus eins, was bedeutet, dass die Optimisten die Pessimisten überwiegen, und zwar erstmals wieder seit elf Quartalen. Im Vorquartal hatte es noch umgekehrt ausgesehen: da lag der Stimmungsindex bei minus fünf.

Das Umfrageergebnis fügt sich in eine ganze Reihe jüngster Anzeichen für eine zumindest zyklische Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Japans Exportunternehmen stocken angesichts der wieder besseren weltwirtschaftlichen Lage ihre Investitionen auf. Auch die Erholung der Aktienkurse um mehr als 30 % seit ihren 20-Jahrestiefständen Ende April hebt die Stimmung der Manager. Allerdings antwortete ein Großteil der befragten Unternehmen vor dem 22. September, als der Außenwert des Dollars zum Yen auf nahe 110 Yen absackte. Ein festerer Yen schadet den Exporterlösen der Japaner.

Die Stimmung unter den großen nicht verarbeitenden Unternehmen wie auch unter der Mehrheit der kleinen und mittleren Betriebe des Landes hat sich im Berichtsquartal ebenfalls verbessert, doch sind hier die Pessimisten immer noch deutlich in der Überzahl. Der von der japanischen Zentralbank alle drei Monate erstellte „Tankan“-Bericht zum Geschäftsklima ist eine umfassende Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. Detailliert beantworteten 8628 Unternehmen Fragen nach Lagerbeständen, Zwischengewinnen oder zu erwartenden Verlusten sowie zu ihren Investitions- und Personalplänen.

Noch wird Japans wirtschaftliche Erholung hauptsächlich vom Export getragen. Doch weckten jüngste Konjunkturdaten vom Vortag unter Experten die Hoffnung, dass Japans Verbraucher die Erholung stützen. So sank die Arbeitslosenquote im August auf 5,1 nach 5,3 % im Vormonat und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren, während die Ausgaben von Angestelltenhaushalten erstmals seit zwei Monaten anzogen. Ein dauerhaftes Anziehen des Konsums, der in Japan mehr als die Hälfte zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt, gilt als Voraussetzung für eine sich selbst tragende Wirtschaftserholung.

Die Regierung hatte kürzlich ihre Wachstumsprognose für das bis März 2004 laufende Fiskaljahr auf 2,1 % mehr als verdreifacht.

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