Tankan-Umfrage
Managerstimmung in Japan nocheinmal besser

Die Stimmung in den Manageretagen der japanischen Großindustrie hat sich leicht verbessert. Der von der Zentralbank ermittelte Stimmungsindex für die Großindustrie erhöhte sich in den drei Monaten zum Dezember leicht auf 25 nach 24 im September und damit auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.

HB TOKIO. Ein positiver Index bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Das Ergebnis des am Freitag vorgelegten und weltweit beachteten Tankan-Berichts der Bank von Japan entsprach den Erwartungen von Analysten. Die Daten dürften nach Ansicht von Experten jedoch nicht dazu führen, dass die Zentralbank bei der Sitzung am kommenden Dienstag die Zinsen anhebt.

Für die nächsten Monate sind die Manager der Industrie nicht ganz so zuversichtlich. Zudem war die Wirtschaft des Landes angesichts schwacher Ausgaben der Verbraucher zuletzt so gering gewachsen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Manche Analysten in Tokio erwarten, dass die Wirtschaft erst wieder in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres anziehen wird. Vorher sei denn auch kaum mit einer weiteren Zinserhöhung zu rechnen. Die produzierende Industrie erwartet für die kommenden drei Monate einen Rückgang des bei der Tankan-Umfrage erfassten Stimmungsindexes auf 22. Während sich der Stimmungsindex für die großen nicht produzierenden Unternehmen zum Dezember noch auf 22 nach 20 verbessert hatte, dürfte er bis März wieder auf 20 fallen.

Die Industrie der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt erwartet für das noch bis 31. März laufende Geschäftsjahr einen Zuwachs der Investitionen in Fabriken und Ausrüstungen von im Schnitt 16,5 Prozent sowie einen Anstieg ihrer Nettoerträge von 26,2 Prozent. Das Ergebnis der jüngsten Quartalsumfrage der Zentralbank zeigt aus Sicht der Regierung, dass sich die Wirtschaft in einer soliden Verfassung befindet. Die Stärke der Unternehmen wird sich demnach auch in den Löhnen und der Konsumbereitschaft widerspiegeln. Zuletzt hatte es Sorgen um eine Abkühlung der Konjunktur gegeben, nachdem das Wachstum im dritten Quartal nur annualisiert 0,8 Prozent betragen und damit deutlich unter den Erwartungen gelegen hatte. Die Industrieproduktion dagegen war im Oktober unerwartet auf einen Rekordstand gestiegen.

Der von der japanischen Zentralbank alle drei Monate erstellte Tankan-Bericht zum Geschäftsklima ist eine Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. Detailliert beantworteten fast 10 000 Unternehmen Fragen nach ihren Lagerbeständen, Zwischengewinnen oder zu erwartenden Verlusten sowie zu ihren Investitions- und Personalplänen. Anhand eines Indexes bemisst die Zentralbank die Einschätzung der Unternehmen über ihre Geschäftslage.

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