Teuerung
Energiekosten heizen Inflation an

Die Importpreise in Deutschland sind im Mai um 7,9 Prozent gestiegen und damit soviel wie seit acht Jahren nicht mehr. Nach den neuesten Angaben hatte Hessen im Juni mit 3,8 Prozent sogar die höchste Inflationsrate seit knapp 15 Jahren – der Grund dafür ist eindeutig.

HB FRANKFURT. Die steigenden Energiekosten treiben die Preise weiter nach oben: In Nordrhein-Westfalen kletterten die Verbraucherpreise um 3,0 Prozent, und hier führten dazu vor allem Steigerungen bei Heizöl und Sprit.

Die Jahresteuerung der Importe von 7,9 Prozent war nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Donnerstag in Wiesbaden die höchste seit November 2000, als die Rate bei 10,6 Prozent lag. Ohne Rohöl und Mineralölprodukte wären die Importpreise nur um 2 Prozent gestiegen.

Im April und März 2008 hatte die Jahresveränderungsrate noch jeweils 5,7 Prozent betragen. Gegenüber April stieg der Einfuhrpreisindex um 2,4 Prozent. Eine Vormonatsveränderung in ähnlicher Höhe war nach den Angaben des Bundesamtes zuletzt im September 1990 mit 2,5 Prozent zu beobachten.

Die Verbraucherpreise in Hessen stiegen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,8 Prozent, wie das Statistische Landesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Kosten für Mineralölprodukte seien auf Rekordhöhen geklettert. Ohne Heizöl und Sprit hätte die Preissteigerung nur bei 2,7 Prozent gelegen.

Für Heizöl mussten die hessischen Verbraucher 61,3 Prozent mehr als im Vorjahr ausgeben. Autofahrer zahlten 16,4 Prozent mehr für Kraftstoffe. Auch die Preise für Nahrung stiegen um 8,7 Prozent. Im Mai hatte die Jahresteuerung 3,5 Prozent, im April 2,9 Prozent betragen.

In Nordrhein-Westfalen mussten die Verbraucher im Juni ebenfalls mehr bezahlen. Auch bei der dortigen Inflation von 3,0 Prozent hatten die Ölpreise einen großen Anteil. Heizöl war 60,6 Prozent, Kraftstoffe waren 13,4 Prozent teurer als vor einem Jahr. Im März hatte die Rate allerdings schon bei 3,2 Prozent gelegen, im November 2007 sogar bei 3,3 Prozent.

Die britische Notenbank befürchtet für Großbritannien schon eine Inflation von über vier Prozent bis zum Jahresende. Grund dafür seien die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise, hieß es.

In Großbritannien lag die Teuerungsrate im Mai bei 3,3 Prozent. Die britische Notenbank rechnet allerdings bis zum Jahresende mit über 4 Prozent. Der Gouverneur der Bank von England, Mervyn King, sagte am Donnerstag vor Abgeordneten in London, dies liege vor allem an den Energie- und Lebensmittelpreisen.

Allerdings könnte nach den Worten von King ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum die Inflation wieder in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels eindämmen, das die britische Notenbank ebenso verfolgt wie die Europäische Zentralbank.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%