Teuerungsrate fällt auf zwei Prozent
Nahezu Preisstabilität in der Euro-Zone

Auf 2,0 Prozent hat sich im Oktober die Inflationsrate in der Euro-Zone verringert. Diese moderate Teuerung erlaubt es der Europäischen Zentralbank (EZB), nach Meinung von Volkswirten, die Zinsen auch in den kommenden Monaten auf dem derzeit historisch niedrigen Niveau zu halten.

HB BRÜSSEL. Das Europäische Statistikamt (Eurostat) revidierte überraschend seinen Inflationswert für den vergangenen Monat von bislang 2,1 Prozent nach unten. Damit fiel die Jahresteuerung auf dem tiefsten Stand seit drei Monaten. Analysten hatten im Schnitt damit gerechnet, dass die Statistiker ihre vorherige Schätzung bestätigen. Eurostat begründete die Revision am Dienstag mit möglicherweise überschätzten Auswirkungen der Tabaksteuererhöhung in Frankreich auf die Preisentwicklung. Im September hatte sich die Teuerung in der Euro-Zone noch auf 2,2 Prozent belaufen.

Den revidierten Daten zufolge lag die Inflation im vergangenen Monat exakt auf der Toleranzgrenze der EZB, die bei einer Jahresteuerung von knapp unter zwei Prozent Preisstabilität gewährleistet sieht. „Diese Zahlen sind sehr erfreulich, und da wir die Rezession in Deutschland gerade erst überwunden haben und der Euro stark ist, ist dies ein Argument für die EZB, bis Mitte 2004 in Wartestellung zu bleiben“, sagte David Brown, Volkswirt bei Bear Stearns in London. Der Leitzins in der Euro-Zone liegt seit Anfang Juni mit 2,0 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit dem Zweiten Weltkrieg.

Im Vergleich zum Vormonat legten die Verbraucherpreise im Währungsraum nach Eurostat-Angaben im Oktober um 0,1 Prozent zu. Analysten hatten ein höheres Plus von 0,3 Prozent erwartet. Ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise belief sich die Teuerung auf 0,2 Prozent im Vormonats- und auf 2,0 Prozent im Vorjahresvergleich. Für diese so genannte Kernrate hatten Analysten Werte von 0,2 Prozent beziehungsweise 1,8 Prozent vorausgesagt. Die Energiepreise in der Euro-Zone fielen im Oktober zum Vormonat um 0,4 Prozent, lagen aber um 0,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Die Inflationsraten in den zwölf Ländern der Euro-Zone zeigen weiterhin große Unterscheide. Die Zuwächse reichen von 0,9 Prozent in Finnland bis zu 3,3 Prozent in Irland. In Deutschland lag die Teuerung im Oktober bei 1,2 Prozent.

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