Teuerungsrate
Inflation in der Euro-Zone steigt

Die Inflation in der Euro-Zone ist gestiegen - wenn auch nur leicht. Die Wahrnehmung der Verbraucher ist jedoch ganz anders: Gefühlt liegt die Teuerung weitaus höher. Schuld daran ist vor allem der teure Sprit.
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Brüssel/BerlinTeures Öl hat die Inflation in der Euro-Zone im August angeheizt. Die Jahresteuerung lag nach endgültigen Daten der Statistikbehörde Eurostat vom Freitag bei 2,6 Prozent. Im Juli waren es noch 2,4 Prozent. Energie kostete 8,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Lebensmittel verteuerten sich um 2,6 Prozent. Auch Alkohol und Tabak (plus 4,5 Prozent) sowie Verkehrskosten (plus 4,8 Prozent) sorgten für Preisauftrieb. Die Teuerungsrate ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel lag bei lediglich 1,5 Prozent.

Das teure Öl trieb auch in Deutschland die Teuerung nach oben, wo die Preise im europäischen Vergleich (HVPI) um 2,2 Prozent stiegen. Die Inflationsrate in den 17 Staaten des Euroraums ist damit höher als der EZB lieb sein dürfte. Die Europäische Zentralbank sieht Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. EZB-Chef Mario Draghi erwartet jedoch, dass sich die Teuerungsrate in der wachstumsschwachen Eurozone im Laufe des nächsten Jahres wieder unter dieser Schwelle einpegeln wird.

In der Wahrnehmung der deutschen Verbraucher ist die Inflation jedoch weit höher als die offizielle Teuerungsrate. Nach Berechnungen der Großbank UniCredit lag die gefühlte Inflation im August bei 3,6 Prozent. Im langjährigen Vergleich ist das ein hoher Wert: In den vergangenen 15 Jahren lag die gefühlte Inflation im Schnitt bei 2,3 Prozent. Im Juli waren es noch 2,8 Prozent.

Schuld daran ist der teure Sprit: "Besonders die hohen Kraftstoffpreise sorgen dafür, dass die Inflation in der Wahrnehmung der Verbraucher deutlich höher ist", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Im Unterschied zum Statistikamt gewichten die UniCredit-Ökonomen die untersuchten Waren nach ihrer Kaufhäufigkeit. Da Benzin und Nahrungsmittel wie frisches Obst und Gemüse regelmäßig gekauft werden, fallen den Verbrauchern die Preiserhöhungen hier besonders stark auf. Preissenkungen bei langlebigen Gütern wie Computern werden dagegen weniger beachtet, da diese Waren nur selten gekauft werden.

Rees geht davon aus, dass die gefühlte Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter steigen wird, weil viele Nahrungsmittel nach den Dürren in den USA und Indien teurer werden dürften. "Tendenziell wird es weiter nach oben gehen", sagte Rees. "Aber ich glaube nicht, dass wir das im Herbst 2011 erreichte Hoch von 4,9 Prozent erreichen werden."

Nach der offiziellen Statistik kosteten Kraftstoffe 9,4 Prozent mehr als im August 2011. Erheblich teurer waren auch Obst (+9,2 Prozent) sowie Fisch (+6,1), Gemüse (+ 4,8) und Fleischwaren (+4,6).

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Um es zu dokumentieren. Allein heute durch die FED ausgelöst: Industriemetalle: Platin + 1,6%, Palladium + 1,2%, Alu + 4,3%, Kupfer +3,9%, Nickel +4,7%, Blei +3,4%, Zink + 2,9%, Baumwolle +2,6%, Kaffee +1,2%, Kakao +0,9%, Mais +1,1%, Soja -0,5%, Weizen +2,6%.

  • Rechner, Sie machen kapitale Fehler. Wenn die Notenbank eingreift und der Dollar damit gegenüber dem Euro abwertet, dann wertet der Dollar auch in der Regel genau gleich gegenüber den Rohstoffen (,da Sachwert) ab. Es ist also völlig egal gegenüber den Rohstoffpreisen, wenn die Leitwährung künstlich abwertet. Hätten Sie hin und wieder etwas mit Rohstoffen zu tun, müssten Sie das wissen. Anscheinend reden Sie aber viel lieber, der Erfahrungsschatz ist aber gering. Das ist das kleine 1x1 an den Rohstoffbörsen um es mal klar zu sagen.

  • Kartoffel, Brot, Obst, Gemüse, Fleisch.

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