Trend zu niedrigeren Unternehmenssteuersätzen
Steuerlast in Deutschland bleibt hoch

In den Industrieländern gibt es einen klaren Trend zu niedrigeren Einkommen- und Körperschaftsteuern. Zu diesem Ergebnis kommt die Industrieländer-Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer Studie über Steuerpolitik und Steuerreformen in ihren 30 Mitgliedstaaten.

HB/dri BERLIN. Viele Länder nutzen zur Finanzierung von Steuersenkungen die Erhöhung der Mehrwertsteuer. In Deutschland sank zwar bei der Einkommensteuer die Belastung von Familien mit Kindern und von Kleinunternehmen leicht. Unterm Strich wurde dies aber durch steigende Sozialbeiträge zum Teil wieder aufgehoben.

Die OECD-Studie ist die Fortschreibung einer entsprechenden Untersuchung aus dem Jahr 1993. Sie soll einen Überblick über die Steuerpolitik der Mitgliedsländer geben, ohne sie zu bewerten. Die Autoren begründen dies damit, dass die Steuersysteme nur schwer mit einander vergleichbar seien: In den EU-Staaten bedeuteten Sozialabgaben eine ebenso große Belastung wie direkte Steuern. In den Vereinigten Staaten von Amerika wiederum lägen die persönlichen Steuern und Immobiliensteuern deutlich höher als in der EU. Die USA seien inzwischen auch das einzige Land ohne Mehrwertsteuer.

Die Studie zeigt allerdings, dass in Deutschland der Faktor Arbeit vergleichsweise hoch belastet ist. Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener zahlt einschließlich der Arbeitgeberbeiträge 52 Prozent seines Einkommens an Steuern und Abgaben; nur in Belgien nimmt ihm der Staat mit 55 Prozent noch mehr ab. Deutlich mehr Netto bleibt allerdings der Alleinverdiener-Familie mit zwei Kindern: Ihre Belastung beträgt 33 Prozent, was vor allem den Kinderfreibeträgen bei der Steuer und der Mitversicherung Angehöriger in der Krankenkasse geschuldet ist. Die Belastung von Familien liegt damit nur leicht oberhalb des EU-Durchschnitts von 29,5 Prozent.

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