Trotz Ölpreishoch
G-8 sehen starkes Wirtschaftswachsum

Die sieben führenden Industrieländer und Russland (G-8) erwarten in diesem Jahr ungeachtet der hohen Ölpreise ein robustes Wachstum der Weltwirtschaft.

HB ST. PETERSBURG. Allerdings stellen nach Einschätzung der G-8-Finanzminister der hohe Ölpreis sowie die wirtschaftlichen Ungleichgewichte weltweit weiter Risiken für die Konjunktur dar.

Russland und Deutschland erreichten bei dem Treffen der Minister in St. Petersburg eine Teillösung zur vorzeitigen Rückzahlung russischer Schulden. Ein Pilotprojekt zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Massenerkrankungen liegt vorerst auf Eis. Die Minister wollen sich aber für einen besseren Zugang der ärmsten Länder zu Energiedienstleistungen einsetzen.

In ihrer Abschlusserklärung von Samstag gaben sich die Finanzminister der G-8 damit deutlich gelassener als zuletzt die Anleger. Die hohen Energiepreise sorgten jüngst an den Finanzmärkten für heftige Schwankungen und lösten Zins- und Inflationssorgen aus.

Der Internationale Währungsfonds (IWF), dessen Chef Rodrigo Rato bei dem Treffen ebenfalls anwesend war, sieht ein Weltwirtschaftswachstum von 4,9 Prozent in diesem Jahr. „Wir teilen die Ansicht, dass sich trotz einiger Volatilität an den Finanzmärkten die Weltwirtschaft sehr positiv entwickelt“, sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück dazu.

Sein britischer Kollege, Schatzkanzler Gordon Brown, räumte ein, dass es einen zunehmenden Inflationsdruck wegen des hohen Ölpreises gebe und man deshalb sehr wachsam sein müsse. IWF-Chef Rato zeigte sich zudem mit der jüngsten leichten Abschwächung des Dollar gegenüber anderen Währungen zufrieden. An die Adresse Chinas gewandt sagte er, das Land würde von einem flexibleren Wechselkurssystem profitieren. In dem Abschlusskommunique gingen die Minister wie erwartet nicht auf das Thema Währungen ein.

Neben den Finanzministern aus den G-8-Ländern - Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, Italien und die USA - waren auch Vertreter aus China, Indien, Südkorea, Nigeria, Australien und Brasilien zu Beratungen in Russland eingeladen.

In einer separaten Erklärung zum Thema Energie versicherten die G-8-Minister, den Zugang der ärmsten Länder zu Energiedienstleistungen verbessern zu wollen. Die Energiefrage müsse in die Armutsbekämpfung integriert werden, hieß es.

Auf ein Pilotprojekt zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Massenerkrankungen konnten sich die Minister indes nicht einigen. Nicht nur Deutschland sehe sich im Moment nicht zu einer Teilnahme in der Lage, sondern auch zwei oder drei weitere G-8-Staaten, sagte Steinbrück. Er verwies dabei auf finanzielle Zwänge. Zu einem späteren Zeitpunkt bestehe aber die Möglichkeit, dies noch einmal zu überdenken, sagte er.

Vom 15. bis 17. Juli findet das Gipfeltreffen der G-8 in St. Petersburg statt. Hauptthema wird die Energiepolitik sein.

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