Umfrage
Firmen stellen wieder mehr ein

Die anziehende Konjunktur in Deutschland schlägt sich einer Umfrage zufolge positiv auf den Personalbedarf der Firmen nieder. Fast jedes vierte Unternehmen will demnach bis Ende des Jahres neue Arbeitsplätze schaffen. Gesucht werden vor allem zwei Berufsgruppen.

HB BERLIN. Gut 22 Prozent der befragten Firmen planten Neueinstellungen und rund neun Prozent den Abbau von Arbeitsplätzen, erklärte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zu einer am Donnerstag vorgestellten Studie. Die Hälfte der Betriebe rechne bis Ende 2006 aber mit einer gleich bleibenden Anzahl der Arbeitsplätze.

Den steigenden Personalbedarf begründete IW-Direktor Michael Hüther mit der - vor allem im Frühjahr - starken Konjunktur. Das IW rechnet für das gesamte Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als zwei Prozent. Im nächsten Jahr werde sich das Wachstum wegen der höheren Mehrwertsteuer und schwindender Impulse von der Weltwirtschaft auf 1,5 Prozent abschwächen, sagte Hüther.

Bis Ende 2007 sind die Unternehmen nicht ganz so optimistisch wie für dieses Jahr. Für diesen Zeitraum rechnen lediglich rund 17 Prozent damit, neue Arbeitskräfte einzustellen. Allerdings wollte ein Fünftel der Befragten keine Prognose für diesen längeren Zeitraum angeben.

Die Unternehmen in Deutschland haben laut Studie vor allem Bedarf an Fachpersonal und Akademikern. Rund ein Viertel der Unternehmen wolle bis Ende 2007 zusätzliche Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung einstellen. Dagegen wolle nur jeder 20. Betrieb Fachpersonal abbauen. Schlechte Karten hätten dagegen Geringqualifizierte. „Die Chance, dass bei zunehmender Nachfrage auch Ungelernte profitieren, ist nicht gegeben“, sagte Hüther.

Die Unternehmen planen laut Studie zudem, rund 4000 Ausbildungsplätze mehr anzubieten als 2005. Dies wäre ein Plus von 0,8 Prozent. Die Lehrstellenlücke des Jahres 2006 werde demnach leicht unter dem Niveau des Vorjahres von 28.300 liegen. Bis Ende des Jahres sollen nach Schätzung des IW aber alle Bewerber eine Stelle durch die Nachvermittlung erhalten oder zumindest an einer Weiterbildung teilnehmen können. Hierfür seien im vergangenen Jahr 42 000 Plätze angeboten worden, von denen rund 20 000 besetzt worden seien.

Für die Studie befragte das IW im Juli und August knapp 700 repräsentative Unternehmen.

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