Unerwartet deutlicher Anstieg
Preisauftrieb beschleunigt sich

Das Leben ist wieder teurer geworden. Eine neue Preisrunde bei Benzin, Strom und Lebensmitteln hat die Kosten für die Lebenshaltung im März unerwartet deutlich nach oben getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen nach ersten Daten aus vier Ländern zwischen 3,0 und 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

HB BERLIN. Das teilten die Statistischen Landesämter Brandenburgs, Hessens, Nordrhein-Westfalens und Sachsens am Freitag mit. Im Januar und Februar waren die Preise bundesweit um 2,8 Prozent gestiegen. Das Statistische Bundesamt wird voraussichtlich noch am Nachmittag eine erste Schätzung für März abgeben. Von Reuters befragte Volkswirte sagen bislang 2,9 Prozent voraus.

Größter Preistreiber blieb Energie. Benzin und Diesel kosteten etwa in Nordrhein-Westfalen gut elf Prozent mehr. Heizöl verteuerte sich sogar um 41,9 Prozent, Strom um fast sieben Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich im größten Bundesland um 8,1 Prozent. Die größte Preisexplosion gab es bei Molkereiprodukten wie Butter und Eiern, für die jeweils mehr als ein Fünftel mehr verlangt wurden als im März 2007.

Eine schnelle Entspannung bei den Preisen ist nach Einschätzung von Ökonomen nicht in Sicht. „Von diesem hohen Niveau werden wir in diesem Jahr wohl nur sehr langsam herunter kommen“, sagte Alexander Koch von UniCredit. Er rechnet wie die meisten Analysten damit, dass die Teuerungsrate in diesem Jahr noch stärker ausfällt als 2007. Damals wurde mit 2,3 Prozent der höchste Wert seit 1994 ermittelt. Die Teuerung gefährdet die erwartete Erholung des privaten Konsums. „Das kostet Kaufkraft“, sagte Matthias Rubisch von der Commerzbank. Die Nürnberger GfK-Marktforscher hatten deshalb bereits ihre Prognose für das Konsumwachstum von 1,5 auf 1,0 Prozent gesenkt.

Bundesbankpräsident Axel Weber bezeichnete die Preisentwicklung im gesamten Euro-Raum als „besorgniserregend“. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde verhindern, dass sich die Inflation durch höhere Preise und Löhne noch verfestige. Er deutete die Bereitschaft an, notfalls den Leitzins anzuheben, um solche Zweitrundeneffekte zu verhindern. „Gerade jetzt dient eine auf Preisniveaustabilität ausgerichtete Geldpolitik als wichtiger Anker in turbulenten Zeiten“, sagte das EZB-Ratsmitglied.

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