US-Konjunktur
Angst vor Rezession schüttelt Amerika

Die Immobilien- und Kreditkrise sowie die dramatisch steigenden Rohstoffpreise bremsen die US-Konjunktur. Der vielbeachtete Hauspreis-Index Case-Shiller hat den stärksten Rückgang seit seiner Einführung im Jahr 2000 verbucht. Auch für Deutschland wird bereits ein Ende des Aufschwungs prophezeit.

NEW YORK. Die US-Hauspreise lagen im April um gut 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Gleichzeitig verschlechterte sich die Stimmung der US-Verbraucher deutlich. Damit kehren die schon im März akuten Sorgen vor einer Rezession zurück.

Die Wertverluste der Immobilien haben gravierende Auswirkungen auf die Konjunktur, weil Millionen von Amerikanern ihren Privatkonsum jahrelang über beliehene Immobilien finanziert haben. Fallende Hauspreise und verschärfte Konditionen für neue Kredite zwingen den US-Konsumenten nun auf Sparkurs.

Die Entwicklung des Verbrauchervertrauens zeigt, wie sehr die Konsumenten unter der Situation leiden. Der Index brach im Juni um 7,7 Punkte auf 50,4 Zähler ein, teilte das Forschungsinstitut Conference Board mit. Das ist der tiefste Stand seit 16 Jahren. Mit Blick auf die Zukunft sind die US-Verbraucher sogar so pessimistisch wie noch nie. David Rosenberg, US-Chefökonom der Investmentbank Merrill Lynch, sieht die Vereinigten Staaten in einer "vom Konsumenten angeführten Rezession". Die Wirtschaft habe im Januar 2008 ihren Höhepunkt erreicht, seitdem schrumpfe sie.

Die schlechte Stimmung der Verbraucher spüren vor allem die Bau- und Autoindustrie. Baukonzerne klagen über rückläufige Aufträge. Der Autokonzern General Motors musste gestern ein neues Rabattprogramm mit einer Null-Prozent-Finanzierung ankündigen, um die wachsenden Lagerbestände für schwer verkäufliche Geländewagen und Kleinlaster vom Hof zu bringen.

Das Münchener Ifo-Institut sagt auch für Deutschland ein Ende des Aufschwungs im nächsten Jahr voraus. Nach dem schwungvollen Jahresstart werde die Wachstumsdynamik zunehmend unter der Abkühlung der Weltkonjunktur und den hohen Energiepreisen leiden, erwartet das Institut in seiner am Dienstag veröffentlichten Konjunkturprognose.

In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt zwar noch um 2,4 Prozent zulegen, für 2009 sei dann aber nur noch ein Wachstum von 1,0 Prozent zu erwarten. Deutschland wird dann im Wahljahr 2009 das Schlusslicht in Europa bilden: Das Wachstum wäre nur etwa halb so hoch wie in der gesamten Europäischen Union. Deutschland würde nach der Prognose sogar hinter das derzeit von Rezessionssorgen geplagte Italien zurückfallen und auch von Frankreich überholt.

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