US-Wirtschaft
Fed-Chef rechnet mit langsamerem Wachstum

US-Notenbankchef Ben Bernanke sieht die USA auf dem Weg zu einem verlangsamten Wirtschaftswachstum. Die US-Notenbank Fed müsse aber dennoch wachsam sein, um sicherzustellen, dass die Inflation unter Kontrolle bleibe.

HB WASHINGTON. Dies sagte Bernanke am Montag vor Bankern in Washington. Die US-Aktienmärkte reagierten ebenso wie die Staatsanleihen mit der Ausweitung von Verlusten auf die Aussagen. Die Indikatoren für die US-Zinsen wiesen deutlicher als vor der Rede auf eine erwartete Zinsanhebung der Fed im Juni hin. Der Dollar legte zum Euro leicht zu.

„Es ist klar, dass die US-Wirtschaft in eine Periode des Übergangs eintritt. Die erwartete Dämpfung des Wirtschaftswachstums scheint nun im Gange zu sein“, sagte Bernanke. Trotz der Aussicht auf ein geringeres Wachstum zeigte er sich besorgt über die Inflation in der Kernrate. Die Geschwindigkeit des Anstiegs ohne Berücksichtigung von Nahrungs- und Energiepreisen habe ein kritisches Ausmaß erreicht. Sollte sich dieses halten, sei es an der oberen Grenze dessen, was er für vereinbar mit der Preisstabilität halte, oder sogar darüber, sagte Bernanke. „Das sind unerwünschte Entwicklungen.“

Mit einer Wirtschaft, die nun offensichtlich in einer Phase des Übergangs sei, müsse die Fed in Bezug auf die Geldpolitik mit großer Achtsamkeit vorgehen und besonders die Wirtschaftsaussichten im Blick behalten. „Angesichts der jüngsten Entwicklungen wird der mittelfristige Ausblick auf die Inflation besonders geprüft werden.“ Ein Risiko blieben unter anderem ein möglicher Anstieg des Ölpreises.

Der Dow Jones rutschte nach Bekanntwerden der Äußerungen auf ein Minus von 1,76 Prozent, die Technologiebörse Nasdaq notierte rund zwei Prozent schwächer.

„Unserer Einschätzung nach wird die Fed Ende Juni eine weitere Anhebung vornehmen, und ich glaube, die Aussagen stützen dieses Szenario ein bisschen“, sagte Nick Bennenbroek von Brown Brothers Harriman. Andere Analysten zeigten sich von den Marktreaktionen jedoch überrascht. „Angesichts der Größe der Inflationssorgen ruft der Markt nach einer Zinserhöhung im Juni. Das ist jedoch nicht das, was ich aus dem Äußerungen herauslese“, sagte Christopher Low von FTN Financial.“

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