Vorläufige Schätzung
Inflation schwächt sich ab

Die Inflationsrate in Deutschland ist im Juni voraussichtlich auf 1,8 Prozent gesunken. Diese vorläufige Schätzung gab das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Basis von sechs Bundesländern ab. Im Mai hatten Ölpreise auf Rekordniveau die jährliche Teuerungsrate mit 2,0 Prozent auf den höchsten Stand seit März 2002 getrieben.

HB BERLIN. Von Mai auf Juni hätten die Verbraucherpreise im Schnitt um 0,1 % zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Während Autofahrer etwas weniger für die Tankfüllung bezahlen mussten, wurden Reisen und Freizeit vor Beginn der Urlaubszeit teurer.

Trotz der jüngsten Preissenkungen kostete das Benzin aber immer noch deutlich mehr als vor einem Jahr. Auch die Gesundheitsreform und die Tabaksteuer machten das Leben im Vergleich zum Juni 2003 teurer. Experten hatten mit dem Rückgang der Inflation gerechnet und erwarten auch nicht, dass die Preise in den kommenden Monaten wieder schneller steigen.

Im Juni machte sich der weltweite Rückgang der Ölpreise in der Geldbörse der Verbraucher bemerkbar. So war Heizöl in Hessen um gut vier Prozent billiger, an der Zapfsäule mussten Autofahrer gut drei Prozent weniger bezahlen. Die Preise für Nahrungsmittel entwickelten sich unterschiedlich: In einigen Regionen Deutschlands konnten die Menschen hier Geld sparen, in anderen mussten sie etwas mehr dafür ausgeben. Wegen der Urlaubszeit verteuerten sich Pauschalreisen, in Sachsen beispielsweise um fast vier Prozent.

Im Jahresvergleich trieben dagegen weiter die verteuerten Mineralölprodukte und die Folgen der Gesundheitsreform die Inflationsrate hoch. In Hessen kosteten Kraftstoffe sieben Prozent und Heizöl knapp 16 % mehr als vor einem Jahr, als das Öl wegen des Preisrückgangs beim Irak-Krieges noch deutlich billiger war. Für die Gesundheitspflege mussten die Menschen deutlich mehr ausgeben, in Baden-Württemberg zum Beispiel rund 20 % mehr als im Juni 2003.

Volkswirte gehen aber davon aus, dass der Preisanstieg in Deutschland in den kommenden Monaten moderat verlaufen wird. „Unter dem Vorbehalt, dass es keine großen Schwankungen beim Öl und beim Euro gibt, dürfte es im Großen und Ganzen keine großen Bewegungen geben“, sagte Julian von Landesberger von der HypoVereinsbank. Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank sieht ebenfalls keinen Preisdruck in Deutschland. Wegen der schwachen Nachfrage könnten viele Unternehmen ihre Preise noch immer nicht erhöhen, in einigen Bereich dürften die Preise sogar eher sinken.

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