Handelsblatt Ranking Volkswirtschaftslehre (VWL) - Porträtserie "Jugend forscht"
Axel Ockenfels: Weltberühmt dank "ERC"

Eine Theorie mit diesem Namen machte Axel Ockenfels im Jahr 2000 schlagartig bekannt - Heute ist der Kölner Professor einer der international renommiertesten Volkswirte Deutschlands

Mit Engelszungen redet der Professor auf den 24-Jährigen ein. Immer und immer wieder. Ob er nicht für seine Diplomarbeit ein ökonomisches Experiment machen will? Doch der junge Mann sträubt sich. Ein Experiment? Das kommt ihm reichlich abwegig vor. "Ich möchte etwas Seriöses machen." Erst nach langen Diskussionen lässt er sich überzeugen - und veranstaltet in der Bonner Uni-Mensa ein als kostenloses Gewinnspiel getarntes Experiment. Später wird er darüber mit dem Professor einen Aufsatz für eine renommierte Fachzeitschrift verfassen.

Wir schreiben den September 1994. Weder Hochschullehrer noch Student sind in der Öffentlichkeit bekannt. Der Professor, Reinhard Selten, gilt an seiner Bonner Fakultät wegen seiner unorthodoxen Ideen und Methoden ein bisschen als Außenseiter. Und einen Diplomanden namens Axel Ockenfels, den kennt ohnehin niemand.

Das war einmal. Selten bekam Ende 1994 als erster und bislang einziger Deutscher den Ökonomie-Nobelpreis. Und Ockenfels ist heute der bekannteste deutsche Nachwuchs-Wissenschaftler seines Fachs.

Als erster Ökonom seit fast zwei Jahrzehnten bekam Ockenfels 2005 den mit 1,55 Mill. Euro dotierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. In diesem Jahr folgte der Gossen-Preis, mit dem der Verein für Socialpolitik junge, international erfolgreiche Volkswirte auszeichnet. Im Handelsblatt-Ökonomenranking gehört Axel Ockenfels zu den zehn forschungsstärksten Volkswirten unter 40 Jahren.

Zu Kopf gestiegen ist ihm all das nicht. Fragt man Ockenfels nach seinem Erfolgsgeheimnis, dann bekommt man als Antwort: "Ich habe sehr viel Glück gehabt." Und ex post betrachtet, liest sich der Lebenslauf des 37 Jahre alten Professors der Uni Köln wirklich so, als wäre dieser einfach immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. Ex ante hat Ockenfels allerdings mehrfach verwegene Entscheidungen getroffen, die zunächst nicht so aussahen, als brächten sie ihn bei seiner Karriere voran. Dazu gehört vor allem der Entschluss, nach der Diplomarbeit zur Promotion von Bonn nach Magdeburg zu wechseln - obwohl die Bonner die beste Graduiertenausbildung für Ökonomen bieten und Ockenfels ein Platz in dem Doktorandenprogramm sicher war.

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