Weber Chefvolkswirt
Bundesbank sortiert sich neu

Bundesbankpräsident Axel Weber wird mit Wirkung vom 1. Juni gleichzeitig der Chefvolkswirt der Bundesbank. Das habe der Vorstand in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, teilte gestern die Bundesbank mit.

mak FRANKFURT. Eine Neuordnung der Geschäftsverteilung im Vorstand war nötig geworden, weil der bisherige Bundesbank-Vize, Jürgen Stark, heute die Nachfolge von Otmar Issing als deutscher Vertreter im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) antritt.

Weber übernimmt die Zuständigkeit für die volkswirtschaftliche Abteilung und das Forschungszentrum der Bundesbank mit rund 100 Mitarbeitern zusätzlich zum Bereich Kommunikation. Der Bundesbankpräsident will in der Volkswirtschaft Akzente setzen. Seiner Meinung nach wird die wissenschaftliche Expertise von Notenbankgouverneuren künftig an Bedeutung gewinnen. Für Weber war die neue Lösung bereits bei seinen Verhandlungen über die Übernahme des Amts des Bundesbankpräsidenten vor zwei Jahren eine Bedingung gewesen.

Volkwirte beurteilen die Entscheidung des Vorstands als positiv. „Weber ist von Hause aus ein professioneller Ökonom“, sagte etwa der Bonner Wirtschaftsprofessor Manfred J.M. Neumann. „Wenn er nicht Präsident der Bundesbank wäre, wäre er ein hervorragender Chefökonom. Warum soll er das nicht in einer Person sein?“ Mit der zusätzlichen Arbeitsbelastung fertig zu werden sei ein Organisationsproblem.

Der bisherige Chefvolkswirt, Hermann Remsperger, behält nach der Neuordnung die Abteilung „Statistik“ und übernimmt von Stark die „Internationalen Beziehungen“. Weber hat Wert darauf gelegt, die internationalen Beziehungen einem ökonomischen Schwergewicht anzuvertrauen. „Die Akzeptanz der Bundesbank wird davon abhängen, wie wir in internationalen Gremien vertreten sind“, sagte er. „Das ist extrem wichtig für die Bank.“

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