Wirtschafsausblick
Gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft

Gute Zeiten für Deutschland in Sicht: Die OECD sagt stärkeres Wachstum der Wirtschaft und gut gefüllte Kassen des Staates voraus. Auch die Finanzprofis sind guter Laune – der ZEW-Index steigt weiter.
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ParisMehr Wachstum, weniger Arbeitslose, höhere Einkommen: Die Industriestaaten-Gruppe OECD sagt Deutschland gute Zeiten voraus. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2014 um 1,7 und 2015 um 2,2 Prozent wachsen, erklärte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag. „Die Konjunktur gewinnt an Kraft, getrieben von der Binnennachfrage“, heißt es im Wirtschaftsausblick. „Die schrittweise Erholung der Euro-Zone dürfte aber auch die Exportaussichten verbessern.“ Auch wegen der zuletzt schwächelnden Exporte rechnet die OECD in diesem Jahr nur mit einem Wachstum von 0,4 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit wird der Prognose zufolge weiter sinken. 2015 soll die Arbeitslosenquote – berechnet nach internationalem Standard – bei 5,2 Prozent liegen. 2011 waren es noch sechs Prozent. „Angesichts der niedrigen Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels dürften die Löhne wieder stärker zulegen“, erwartet die OECD. Die verfügbaren Einkommen sollen im kommenden Jahr um 3,1 und 2015 sogar um 3,5 Prozent anziehen.

Auch die Finanzprofis sind bester Laune: Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen verglichen mit Oktober im November um 1,8 Punkte auf 54,6 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2009. Indes trübte sich die Bewertung der aktuellen Lage zum zweiten Mal in Folge ein. Die Kennzahl fiel um einen Punkt auf 28,7 Zähler.

„Die deutsche Wirtschaft ist stark und solide, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Wachstum sich hauptsächlich auf die Binnennachfrage stützt”, sagte Stefan Schneider, internationaler Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank AG in Frankfurt. „Damit ist das Land etwas weniger abhängig vom Rest der Welt, und ich bin zuversichtlich, dass wir über das nächste Jahr hinweg ein stetiges Wachstum sehen werden.”

Der prognostizierte Aufschwung der OECD füllt auch die Kassen des Staates. Dieser werde 2014 das dritte Jahr in Folge einen Überschuss ausweisen. Er werde bei 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen und 2015 auf 0,6 Prozent steigen. „Dies ist auf konjunkturelle Faktoren zurückzuführen“, so die OECD. Der Schuldenstand werde bis dahin auf 73,6 Prozent fallen, von 78,8 Prozent in diesem Jahr.

Allerdings warnt die Organisation auch vor Risiken. „Erneute Spannungen an den Finanzmärkten im Euro-Raum könnten zu einem Rückgang der Ausfuhren und der Investitionen führen und die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben“, hieß es.

Der deutsche Exportüberschuss wird nach Prognose der Industriestaaten-Gruppe OECD 2015 unter die von der EU gesetzten Obergrenze von sechs Prozent fallen. Die Leistungsbilanzüberschuss werde dann bei 5,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen, sagte die OECD am Dienstag in ihrem halbjährlichen Wirtschaftsausblick voraus. In diesem Jahr sollen es 7,0 Prozent sein, 2014 dann 6,1 Prozent.

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    Anstatt D zu fragen, wie macht ihr das ... will man uns einbremsen. Widerspricht jeglicher Art von Leistungswillen u. Wettbewerb. Niemand würde Usain Bold sagen, Junge lauf langsamer. Alle wollen seine Weltrekorde sehen. Deutsche ... wehrt Euch!!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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