WTO sieht 2004 den internationalen Warenaustausch deutlich wachsen
Teure Rohstoffe bremsen den Welthandel erst im kommenden Jahr

Der hohe Ölpreis wird nach Prognosen der Welthandelsorganisation (WTO) im laufenden Jahr noch keine gravierenden Bremsspuren beim internationalen Warenaustausch und in der globalen Produktion hinterlassen. Für 2005 fällt die Prognose skeptischer aus.

jdh GENF. Das „gute Wachstum bei Handel und Output in China, Lateinamerika und Afrika“ und die Erholung in Japan glichen 2004 die Einbußen durch den hohen Ölpreis aus. Diese Einschätzung gab die WTO in einer Studie bekannt, die am Montag in Genf veröffentlicht wurde. Die Genfer Experten erwarten, dass dieses Jahr genügend Schwung für ein Wachstum des Welthandels von 8,5 Prozent vorhanden ist.

Für 2005 fällt die Prognose skeptischer aus. „Der Preisanstieg für Öl und andere Rohstoffe dürfte 2005 das Wachstum des Welthandels und der weltweiten Produktion dämpfen.“ Noch zeigt aber der Trend des internationalen Warenaustauschs nach oben. Während der Welthandel 2001 im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte, wuchs er 2002 um 3 Prozent. Für das Jahr 2003 meldete die WTO ein Wachstum von 4,5 Prozent. Der Handel mit Waren erreichte 2003 einen Wert von 7,3 Billionen US-Dollar. Der entsprechende Wert bei Dienstleistungen: 1,8 Billion US-Dollar.

Die USA waren 2003 wichtiger Motor des Welthandels. Das hartnäckige Handelsdefizit der Vereinigten Staaten wird in der Genfer WTO-Zentrale jedoch mit gemischten Einschätzungen gefolgt: Zwar werde durch den Importsog in die größte Volkswirtschaft der Welt der „Output in anderen Regionen der Welt erhöht“. Aber: „Beunruhigend ist, dass jeder plötzliche Rückgang der Einfuhrmengen in die USA starke weltweite Auswirkungen haben könnte.“ Immerhin verzeichnete die WTO für alle anderen sechs Weltregionen, außer Nordamerika, einen Überschuss der Außenhandelsbilanzen – nicht zuletzt wegen des US-Geschäfts.

In Europa brachte 2003 die anstehende Erweiterung den Handel der EU mit den jungen Marktwirtschaften des ehemaligen sowjetischen Machtbereichs in Schwung. In Asien dominierte China die Szene: „Im Jahr 2003 überstieg das Wachstum der Ausfuhren Chinas das Wachstum des gesamten Welthandels um das doppelte“, so die WTO. Gleichzeitig trieb die wachsende Nachfrage aus dem Reich der Mitte „Produktion und Exporte vieler ostasiatischer Volkswirtschaften an“.

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