Zahl der Beschäftigten
US-Jobmarkt sendet Wendesignal

Überraschung in den USA: Die Zahl der Beschäftigten ist zwar auch im Mai gesunken. Der Rückgang fiel aber deutlich weniger stark aus, als Beobachter zuvor erwartet hatten. Experten rechnen damit, dass die Dynamik des Abschwungs am US-Arbeitsmarkt weiter abnimmt.

HB WASHINGTON. Die US-Arbeitslosenquote ist im Mai auf 9,4 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Vierteljahrhundert geklettert. Nach Mitteilung des US- Arbeitsministeriums vom Freitag büßte die größte Volkswirtschaft der Welt jedoch nur 345 000 Job ein - deutlich weniger als von Experten befürchtet. Volkswirte hatten ein Minus von 525 000 Jobs erwartet.

Die Jobverluste setzten sich laut Ministerium vor allem im verarbeitenden Gewerbe fort. Im schwer gebeutelten Bausektor und in einigen Dienstleistungsberufen verlangsamte sich derweil die Talfahrt. Das Minus von 345 000 Stellen im Mai entspricht den Angaben zufolge nur noch in etwa der Hälfte des durchschnittlichen monatlichen Jobabbaus währen des vergangenen halben Jahres. Die Arbeitslosenquote von 9,4 Prozent ist die höchste seit August 1983.

Nach Einschätzung der Helaba sollte die Dynamik des Abschwungs am US-Arbeitsmarkt weiter abnehmen. Der Beschäftigungsrückgang im Mai sei unerwartet gering ausgefallen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Die Daten seien besser als erwartet ausgefallen. Dennoch sei der Arbeitsmarkt in einer schwachen Verfassung. Auch in den kommenden Monaten dürften sich die Arbeitsplatzverluste fortsetzen. Seit Jahresbeginn seien inzwischen rund 3,0 Mio. Arbeitsplätze verloren gegangen.

Eine Wende am US-Arbeitsmarkt zeichnet sich nach Einschätzung der Commerzbank ab. „Die jüngsten Daten zeigen, dass sich der Beschäftigungsabbau deutlich abgeschwächt hat“, sagte Christoph Balz, Volkswirt der Commerzbank, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Positiv sei auch, dass es zu Abwärtsrevisionen beim Beschäftigungsrückgang in den Vormonaten gekommen sei. Der Abbau der Beschäftigung dürfte sich jedoch noch bis zum Jahresende fortsetzen und die Quote noch bis Mitte 2010 steigen.

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