ZEW-Index
Analysten sehen Konjunkturdelle bis Mai

Die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktprofis in Deutschland haben sich im November erneut eingetrübt. Der ZEW-Index fiel zwar nur leicht. Experten hatten allerdings einen Anstieg vorausgesagt. Vor allem zwei Themen scheinen Sorgen zu bereiten.

HB BERLIN. Das monatliche Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel auf minus 28,5 von minus 27,4 Punkten im Oktober. Der Saldo aus den positiven und negativen Konjunkturerwartungen von rund 300 Analysten und institutionellen Anlegern verharrt damit unter seinem historischen Mittelwert von 34,0 Punkten.

Bereits im Oktober war der ZEW-Indikator auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren gesunken. Experten hatten im Schnitt für November einen Anstieg auf minus 25,0 Punkte erwartet. Gefragt wird nach der Einschätzung der Konjunktur auf Sicht von sechs Monaten.

Insgesamt werden die Zahlen allerdings positiv gesehen. „Die Entwicklung des Indikators deutet darauf hin, dass sich die deutsche Wirtschaft ab Mai des kommenden Jahres von dem absehbaren, steuerlich bedingten Nachfrageeinbruch erholen wird“, erklärte das ZEW. Zudem dürften der niedrige Ölpreis und die Belebung am Arbeitsmarkt die Erwartungen günstig beeinflusst haben.

Der Abwärtstrend der Erwartungen scheint nun zum Stillstand zu kommen. Dies spiegelt wider, dass sich die Konsumnachfrage in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres festigen sollte. Positive Signale gehen zudem von den Beschlüssen zur Unternehmenssteuerreform aus, die die Standortattraktivität Deutschlands verbessern werden", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Weiterhin Sorgen bereiteten jedoch eine Abkühlung der Weltkonjunktur und mögliche Zinssteigerungen.

Die aktuelle Lage schätzten die Analysten per saldo erneut besser ein. Der Lageindex kletterte auf das Rekordhoch von 53,0 nach 42,9 Zählern im Oktober. Hier hatten die Experten im Schnitt einen Anstieg auf 44,0 Punkte erwartet.

Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Datenveröffentlichung. „Wir hatten schon jetzt mit einer Verbesserung der Erwartungen gerechnet", sagte Fabienne Riefer von der Postbank. "Aber immerhin war der Rückgang nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. In den kommenden Monaten dürften die Erwartungen nach oben gehen."

Gerd Hassels von der BHF-Bank ergänzte: „Die Daten bestätigen die Prognose, dass sich der ZEW mehr oder weniger stabilisiert. Die Wachstumsdelle zu Beginn des Jahres dürfte kaum über das erste Quartal hinaus gehen."

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