ZEW-Index
Konjunkturerwartungen sinken überraschend

Die Konjunkturerwartungen der Börsenexperten sind zum ersten Mal in diesem Jahr gesunken. So gab der ZEW-Index für Juli um 5,3 auf nunmehr 39,5 Punkte nach. Vor allem die striktere Kreditvergabe der Banken wird für den Rückgang verantwortlich gemacht.

HB MANNHEIM. Acht Monate in Folge war der Index gestiegen, nun hat er leicht nachgegeben. Experten hatten einen erneuten Anstieg erwartet. Damit liegen die Konjunkturerwartungen weiterhin deutlich über dem historischen Mittelwert von 26,3 Punkten."Die Stabilisierung der Lagebeurteilung und der Erwartungen bestätigt bisherige Prognosen, dass in diesem Jahr die Entwicklung der Wirtschaftsleistung in der Größenordnung von sechs Prozent zurückgeht. Die Wachstumsraten dürften sich bis ins nächste Jahr entlang der Nulllinie entwickeln," kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz die Daten.

Ein erhebliches Risiko für die weitere konjunkturelle Entwicklung sei die Frage, wie die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Haushalte funktionieren werde. Die überraschend gut ausgefallenen Zahlen zu den Auftragseingänge und der Industrieproduktion hätten die Erwartungen hingegen positiv beeinflusst.

Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich im Juli minimal. Sie legte um 0,4 Punkte auf minus 89,3 Zähler zu.

ZEW-Präsident Wolfgang Franz hat Hoffung auf ein baldiges Ende der Konjunkturkrise gemacht. Die Konjunktur werde voraussichtlich im Verlauf des nächsten Jahres wieder anziehen, sagte Franz am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Das sei eine gute Nachricht. Die schlechte Nachricht sei, dass auf dem Arbeitsmarkt das Schlimmste noch bevorstehe. So werde die Zahl der Arbeitslosen im nächsten Jahr bis auf fünf Mio. anwachsen. Mit etwas Glück werde die Arbeitslosenzahl etwas unter dieser Marke bleiben.

Für die Eurozone insgesamt ergibt sich ein ähnliches Bild: Hier sanken die Konjunkturerwartungen im Juli um 3,2 Punkte im Vergleich zum Vormonat auf 39,5 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum blieb unterdessen unverändert bei minus 90,7 Punkten.

Die Industrieunternehmen im Euroraum haben im Mai erstmals seit August 2008 wieder einen Produktionsanstieg verzeichnet. Im Mai sei die Produktion im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 0,5 Prozent gestiegen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Der Anstieg war allerdings etwas geringer als von Volkswirten mit 1,0 Prozent erwartet. Im April war die Produktion noch um 1,4 Prozent gesunken.

Auf Jahressicht zeigt sich aber weiterhin die Tiefe der Wirtschaftskrise. Die Produktion sank im Mai auf Jahressicht um 17,0 Prozent. Ökonomen hatten nach dem Einbruch im Vormonat um 20,5 Prozent mit einer Abschwächung auf minus 17,8 Prozent gerechnet. Besonders stark waren die Einbrüche auf Jahressicht bei Vorleistungs- und Investitionsgütern.

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