ZEW-Indikator stieg auf 36,3 Punkte
Finanzmärkte beurteilen Konjunktur besser

Der hohe Ölpreis und der starke Euro setzen den Konjunkturerwartungen der Finanzmärkte für Deutschland und die Euro-Zone derzeit enge Grenzen.

HB MANNHEIM. In der monatlichen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verbesserte sich der Saldo der Konjunkturerwartungen der rund 300 befragten Finanzmarktprofis nur leicht, wie das ZEW am Dienstag mitteilte. Zugleich trübte sich aber die Einschätzung der aktuellen Lage ein. ZEW-Präsident Wolfgang Franz sagte, die Höhenflüge von Euro und Ölpreis hätten den jüngsten positiven Wirtschaftsdaten entgegen gewirkt. Ohne Reformen werde die konjunkturelle Zitterpartie weitergehen.

Der Saldo der Konjunkturerwartungen stieg auf 36,3 von 35,9 Punkten im Februar. Damit lag der Indikator etwa auf dem Niveau seines historischen Mittelwertes von 34,5 Punkten. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 34,0 Punkte gerechnet. Die gegenwärtige Lage bewerteten die Experten deutlich ungünstiger. Der entsprechende Indikator fiel auf minus 66,0 von minus 58,7 Punkten. Die Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone stiegen um 1,3 Punkte auf 37,3 Punkte. Der Saldo der Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen der befragten Experten wieder.

Einzelne Analysten nannten die ZEW-Daten wenig überraschend: „Momentan arbeitet sich die deutsche Volkswirtschaft mit größten Mühen aus dem Konjunkturtal, wobei die schwache Binnenkonjunktur mit starkem Gegenwind bläst“, fasste Bernd Weidensteiner von der DZ Bank das vorherrschende Konjunkturbild zusammen. Das erste Quartal 2005 verspreche aber deutlich besser zu werden als das vierte Quartal 2004, in dem die Wirtschaft um 0,2 Prozent geschrumpft war. Andreas Rees von der Hypo-Vereinsbank sagte, die Erholung werde sich im zweiten Halbjahr 2005 wohl moderat beschleunigen.

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