EM-Halbfinale und Endspiel
Kinder auf dem Rasen verboten

Kinder sind bei den letzten Spielen der Fußball-Europameisterschaft nicht mehr auf dem Spielfeld erwünscht – das entschied die Uefa. Aus dem deutschen Team findet das Kinder-Verbot breite Zustimmung.

Berlin, ParisEs waren so schöne Bilder: Die Kinder der walisischen Spieler flitzten nach dem Viertelfinalsieg ihrer Väter auf den Platz und schossen – unter lautem Jubel der Fans – aufs Tor. Superstar Gareth Bale rannte auf dem Rasen mit seiner Tochter Alba Violet sogar um die Wette. Solche Szenen wird es nach dem Willen der Uefa-Funktionäre bei der Fußball-Europameisterschaft nun nicht mehr geben.

Zwar seien die Bilder der walisischen Jungen und Mädchen nach dem Erfolg gegen Belgien (3:1) „sehr schön“ gewesen, sagte Turnierdirektor Martin Kallen am Dienstag in Paris. „Aber das ist eine Europameisterschaft und zumindest auf dem Rasen keine Familienveranstaltung.“ Stadien seien außerdem nicht der sicherste Platz für Kinder.

Teammanager Oliver Bierhoff kann diese Entscheidung der Uefa nachvollziehen, wie er im DFB-Teamquartier sagte. „Mir persönlich ist es auch ein bisschen zu viel.“ Der Kreis werde immer größer – aber die Mannschaft spiele als Mannschaft und solle auf dem Platz unter sich bleiben.

Andere sehen das nicht so. Die beiden Söhne des slowakischen Spielers Marek Hamsik kletterten nach der 0:3-Niederlage im Achtelfinale gegen Deutschland auf den Platz, schnappten sich den Ball und schossen immer wieder aufs Tor. „Das ist doch eine tolle Erfahrung für meine Söhne“, sagte Hamsik nach dem Spiel. „Sie hatten viel Spaß vor den vielen Leuten.“

Die Kinder der Spieler waren für viele Fans bei dieser Europameisterschaft ein echter Höhepunkt am Rande der Spiele. Wenn Islands Ari Freyr Skúlason seine kleine Tochter Camilla mit riesigen rosa Kopfhörern auf den Arm nahm und knuddelte, wurde auch Fußball-Muffeln warm ums Herz. Dafür rückten aber andere – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – etwas in den Hintergrund: die Spielerfrauen.

Während sich vor mehreren Jahren noch Prominenz wie Victoria Beckham oder Sylvie Meis – damals noch van der Vaart – auf den VIP-Tribünen tummelten, ging es bei dieser Europameisterschaft geradezu bodenständig zu. Etwa Thomas Müllers Frau Lisa reiste nicht nach Frankreich – die Dressurreiterin war wegen eigener Turniere verhindert. Auch Bastian Schweinsteigers Freundin, Tennis-Star Ana Ivanovic, wurde nicht gesehen.

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