0:1 gegen Köln
Werder noch tiefer in der Krise, für Dutt wird es eng

FC-Coach Peter Stöger beweist ein goldenes Händchen. Schlusslicht Bremen fehlt hingegen die Durchschlagskraft. Nach der Niederlage gegen den Aufsteiger dürfte Werder-Trainer Robin Dutt kaum noch zu halten sein.
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BremenEine bittere Heimpleite gegen Aufsteiger 1. FC Köln hat die Krise bei Bundesliga-Schlusslicht Werder Bremen weiter verschärft und womöglich das Ende der Ära Robin Dutt besiegelt. Die Hanseaten kassierten nach einer erneut glanzlosen Vorstellung zum Auftakt des neunten Bundesliga-Spieltags am Freitag durch ein Tor von Joker Anthony Ujah eine 0:1 (0:0)-Niederlage, womit der umstrittene Coach nur noch wenige Argumente für eine Weiterbeschäftigung hat. Werder baute vielmehr seinen Fehlstart mit nun neun Saisonspielen ohne Sieg aus und bleibt mit nur vier Punkten Liga-Schlusslicht. Der FC sammelt dagegen eine Woche nach dem 2:1 gegen Borussia Dortmund weiter fleißig Punkte für den Klassenverbleib und ist mit zwölf Zählern Tabellenneunter.

Ujah besiegelte den ersten Kölner Sieg in Bremen seit dem 1. Dezember 1995 in der 59. Minute wenige Sekunden nach seiner Einwechslung, als er auf Vorlage von Dusan Svento den Bremer Schlussmann Raphael Wolf mit einem Beinschuss überwand. „In der zweiten Halbzeit haben wir es ganz geschickt gemacht. Wir haben gespürt, dass der Druck auf Werder größer wird, wenn nichts funktioniert. Es war die richtige Entscheidung, einen zweiten Stürmer zu bringen“, sagte FC-Trainer Peter Stöger und Kevin Vogt ergänzte: „Wir sind ein Team und kommen über die Geschlossenheit.“

„Es gibt keine Alternative zu einem Sieg“, hatte Dutt die Marschroute vor dem für ihn so eminent wichtigen Spiel ausgegeben. Entsprechend engagiert gingen die Bremer das Duell vor 42.100 Zuschauern im Weserstadion an. Mit frühem Pressing setzten die Grün-Weißen die Kölner schon in der eigenen Hälfte unter Druck. Doch wieder einmal fehlten die spielerischen Mittel, um die sehr diszipliniert auftretenden Rheinländer ernsthaft in die Bredouille zu bringen.

So dauerte es bis zur 28. Minute, ehe Werder zum ersten Torschuss kam. Doch Fin Bartels setzte den Ball über das Tor, nachdem Kölns Schlussmann Timo Horn zuvor eine Flanke unterlaufen hatte. So sorgte eine von WM-Schiedsrichter Felix Brych geahndete Schwalbe von Zlatko Junuzovic noch für den größten Aufreger im ersten Durchgang.

Die Kölner machten es Werder aber auch schwer. Die Elf von Trainer Peter Stöger stand dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte und sorgte kaum für Räume. In der Offensive beließ es der FC bei vereinzelten Kontern, die aber stets gefährlich waren. Bei einem der schnellen Gegenstöße zwang Daniel Halfar den jungen Werder-Schlussmann Wolf zu einer Parade (29.).

Dutt, der von den Verantwortlichen vor dem Spiel keine Job-Garantie erhalten hatte, nahm eine Woche nach der blutleeren 0:6-Pleite bei den Bayern drei Änderungen vor. Luca Caldirola, Galvez und Izet Hajrovic kamen für Assani Lukimya, Felix Kroos und Eljero Elia ins Team. Für den allzu oft enttäuschenden Elia war nicht einmal ein Platz auf der Reservebank.

Mit zunehmender Spieldauer agierten die Bremer einfallsloser und mitunter auch verunsichert. Der FC traute sich immer mehr zu und hatte kurz nach Wiederanpfiff die große Chance zur Führung. Nach Flanke von Simon Zoller konnte Kapitän Clemens Fritz den einschussbereiten Svento gerade noch am Torschuss hindern (47.). So kam das Führungstor von Ujah gar nicht mal überraschend.

Und Werder? Ein Schuss aus 18 Metern entschärfte Horn mit einer Flug-Einlage (56.). Dazu hatte der FC Glück, als Hajrovic kurz nach dem Gegentreffer den Pfosten traf (61.). Danach wirkte Werder zunehmend verkrampft, die Kölner hatten kaum mehr Probleme die hilflos wirkenden Angriffe der Gastgeber abzuwehren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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