05er im Keller - Wolfsburger Aktien steigen
Schluss mit lustig beim Karnevalsklub Mainz

dpa MAINZ. Schluss mit lustig! Kurz vor Beginn der Fastnachts- Kampagne am 11. 11. ist beim selbst ernannten „Karnevalsverein“ FSV Mainz 05 niemandem mehr zum Lachen zumute.

Selbst der eloquenten Frohnatur Jürgen Klopp ist der Spaß am Mainzer Spaßfußballs nach der 1:2 (1:1)-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg gehörig vergangen. „Diese Niederlage fühlt sich einfach mies und dreckig an“, meinte der niedergeschlagene Trainer der Mainzer, die im dritten Jahr ihrer Bundesliga-Zughörigkeit ihren ersten Abstieg befürchten müssen.

Nach der zehnten sieglosen Partie in Serie machten am Bruchweg Durchhalteparolen die Runde. „Das sind ganz harte Zeiten. Aber da müssen wir durch“, meinte FSV-Präsident Harald Strutz. Manager Christian Heidel flüchtete sich angesichts des Verharrens auf einem Abstiegplatz in Sarkasmus: „Wir haben uns da unten festgesetzt. Diese Niederlage tut mehr weh als das 1:6 gegen Werder Bremen.“

Klopp sah „keinen Unterschied im Schmerz“ über die zweite Heimpleite nacheinander. „Im Moment ist das eine ganz harte Prüfung. Aber da gehen wir durch. Mut macht mir, dass wir über 90 Minuten dran geblieben sind. Nur sind die Bälle nicht reingegangen“, sagte der 39- Jährige, „wenn man so dran bleibt, wird man irgendwann auch belohnt.“ Das zweite Saisontor von Imre Szabics (7.) war die einzig zählbare Ausbeute.

Klopps Vorgänger am Bruchweg, Eckhard Krautzun, der einst beide Clubs trainierte, machte den Rheinhessen Mut. „Mein Herz schlägt immer noch für die Mainzer. Sie sind zwar in einer prekären Lage, müssen jetzt aber ruhig bleiben“, sagte der 65-jährige Weltenbummler als Augenzeuge unter den 19 500 Zuschauern, bei denen vereinzelte Pfiffe der Enttäuschung unüberhörbar waren. Der Substanzverlust durch die Abgänge vor allem der Offensivspieler Michael Thurk, Benjamin Auer oder Mohamed Zidan sei so schnell nicht kompensieren, meinte Krautzun. Handlungsbedarf bestehe „vor allem im kreativen Bereich“. Manager Heidel macht kein Geheimnis daraus, dass er nach wie vor an einer Rückholaktion von Zidan aus Bremen großes Interesse hat.

Als weiterer Augenzeuge der niveaulosen Partie dürfte Bundestrainer Joachim Löw seine Freude an Nationalstürmer Mike Hanke gehabt haben. „Danke, Hanke!“ müsste VfL-Trainer Klaus Augenthaler seinem Goalgetter permanent zurufen. Vier Mal in Serie erzielte der 21-Jährige die 1:0-Führung der Niedersachsen, in Mainz per Foulelfmeter (4.). Davor lag noch das entscheidende 1:0 gegen Bayern München. Die fünf Hanke-Tore bei insgesamt nur neun VfL-Treffern bescherten den effektiven Wolfsburgern 13 ihrer 16 Punkte.

„Wir sollten realistisch bleiben. Unser Ziel bleibt ein einstelliger Tabellenplatz. Wir wollten da unten rauskommen und das ist uns gelungen“, sagte Hanke. Und „Joker“ Christopher Lamprecht, dem auf Kopfball-Vorlage Hankes das Siegtor (84.) gelang, strahlte: „Wir haben einen Lauf und sind ein Superteam.“

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