Abschied für Jens Nowotny
Mertesacker wird operiert

Jens Nowotny wird beim WM-Spiel um Platz drei wohl seinen Abschied aus der deutschen Nationalmannschaft feiern. Die Zukunft der Keeper Oliver Kahn und Jens Lehmann ist unterdessen weiter offen. Unterdessen muss sich Deutschlands bester Innenverteidiger einer Operation unterziehen und fällt für das Spiel gegen Portugal aus.

HB BERLIN.Für Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker ist die Weltmeisterschaft wegen einer Verletzung vorzeitig beendet. Der Verteidiger von Hannover 96 flog am Donnerstag zwei Tage vor dem Spiel um Platz drei gegen Portugal nach München, um sich einer Operation an der linken Ferse zu unterziehen. Nach Angaben von DFB - Mediendirektor Harald Stenger war eine Schleimbeutelentzündung bei dem 21-jährigen Mertesacker der Grund für den Eingriff.

Das Spiel um Platz drei der Weltmeisterschaft bedeutet für einige deutsche Nationalspieler wohl auch den Ausklang ihrer internationalen Karriere: So steht Jens Nowotny wohl vor dem Abschied aus der deutschen Nationalmannschaft, eine große Rücktrittswelle ist aber nicht zu erwarten. Während sicher ist, dass der zurzeit noch vereinslose Abwehrspieler am Samstag in Stuttgart gegen Portugal (21.00 Uhr) zum letzten Mal das Trikot mit dem Bundesadler überstreift, kann über weitere Demissionen wie etwa bei Oliver Kahn kurz vor Abschluss der WM nur spekuliert werden.

Schneider wartet auf "Klinsis" Entscheidung

"Ich warte erst einmal ab, wie sich Jürgen Klinsmann entscheidet", sagt zum Beispiel Bernd Schneider, der trotz seiner 32 Jahre eigentlich bis zur EM 2008 in der Schweiz und Österreich weitermachen wollte. Der 70-malige Nationalspieler verriet, dass auch andere Nationalspieler ihre Zukunft in der Nationalmannschaft davon abhängig machen, ob Klinsmann Bundestrainer bleibt.

Abschiedsspiel für Kahn?

Nahezu sicher scheint, dass im Schwabenland auch die internationalen Karrieren von Oliver Neuville und Oliver Kahn zu Ende gehen. Der einstige Torwart-Titan, während des Turniers 37 Jahre alt geworden, erhält aller Wahrscheinlichkeit nach in der Stuttgarter WM-Arena sein Abschiedsspiel. Dass der ehemalige Welttorhüter, der Samstag sein 86. Länderspiel bestreiten würde, noch zwei Jahre als Nummer zwei auf der Bank leidet, ist nahezu ausgeschlossen.

Sein Rivale Jens Lehmann, der im November ebenfalls 37 Jahre alt wird, dürfte nach seinem ersten großen Turnier als Nummer eins Blut geleckt haben und kann sich nach seinen starken Leistungen eine Fortsetzung seiner Karriere bis 2008 durchaus vorstellen. Konkret geäußert zu seinen Plänen hat sich der England-Legionär in der Öffentlichkeit aber ebenso wenig wie seine Kollegen.

Sollte Lehmann weitermachen, wäre dies ein herber Schlag für die derzeitige Nummer drei Timo Hildebrand vom VfB Stuttgart, der sich im Schatten der beiden Torwart-Dinos durch gute Trainingsarbeit und vorbildliches Verhalten eigentlich für die im September beginnende EM-Qualifikation empfehlen wollte. Und die startet für das deutsche Team ausgerechnet im Gottlieb-Daimler-Stadion mit dem Match gegen Irland. Sollten Kahn und Lehmann aufhören, darf sich Hildebrand aber nicht zu sicher sein, denn in Robert Enke, Roman Weidenfeller und Tim Wiese stehen auch andere Keeper Gewehr bei Fuß.

Da Klinsmann im Vorfeld der WM bereits einen Generationenwechsel vollzogen hat, werden sich die Rücktritte in Grenzen halten. Alte Haudegen wie Dietmar Hamann und Christian Wörns hatten bereits vorzeitig das Handtuch schmeißen müssen, der Bremer Frank Baumann hatte sowieso nie eine richtige Chance. Aber für neue Männer wird es in den kommenden Wochen und Monaten nicht einfacher.

Owomoyela darf hoffen

Denn sowohl die vor Wochen noch belächelte Abwehr mit Arne Friedrich, Per Mertesacker, Christoph Metzelder und Philipp Lahm ist mittlerweile eine Bank für die Zukunft. Patrick Owomoyela, der trotz seiner WM-Ausbootung die Mannschaft in ihrem Berliner WM-Quartier besuchte, darf sich ebenfalls Hoffnungen machen. Das gilt auch für Robert Huth und mit Abstrichen Thomas Hitzlsperger, die sich die WM sicherlich anderes vorgestellt hatten.

Auch im Mittelfeld stehen keine großen Veränderungen an, zumal die neue Achse mit Kapitän Michael Ballack und Torsten Frings bei der Euro in zwei Jahren ihre letzte Chance auf einen großen Titel hat. Bastian Schweinsteiger gehört ebenso zum Stamm wie Tim Borowski oder Sebastian Kehl. Sebastian Deisler und Fabian Ernst werden in der kommenden Saison aber ebenfalls wieder ihre Ansprüche geltend machen. Ebenso werden dem Hamburger Piotr Trochowski gute Chancen eingeräumt.

Sturmduo gesetzt

Gesetzt für die nahe Zukunft ist das Sturmduo Miroslav Klose und Lukas Podolski, wobei dessen "Vorgänger" Kevin Kuranyi nach seinem überraschenden WM-Aus bereits angekündigt hat: "Ich greife wieder an." Das gilt auch für einen wie Stefan Kießling, der nach seinem Wechsel von Nürnberg zu Leverkusen in die Nationalelf drängt. Mit erst 27 Jahren wird auch Gerald Asamoah weiter um seine Chance kämpfen. Von einer rosigen Zukunft als Nationalspieler darf auf alle Fälle David Odonkor träumen, der als "Edeljoker" die WM-Bühne für sich nutzen konnte.

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