Auftritt gegen Serbien
Besser, aber nicht gut genug

Mit einem Sieg im letzten Test gegen Serbien verabschiedet sich die Nationalelf in die Schweiz. Der Triumph verzückte, nach holprigen Start, am Ende sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel und mit ihr die ganze Fußballnation. Doch das Spiel zeigte auch, dass zur EM-Form noch an der Feinabstimmung gearbeitet werden muss. Eine Analyse.

GELSENKIRCHEN. Ganz nach ihrer Vorstellung habe die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gespielt, verkündet Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Spiel. "Fast wie im Bilderbuch", sagt sie. Zwar kann nur vermutet werden, an welche Bilder sie dabei so denkt - dass die Kanzlerin aber versucht, eine Parallele zum Polen-Spiel bei der WM im eigenen Land vor zwei Jahren herzustellen, ist ihr anzusehen.

Schließlich war sie auch damals im Stadion, als Oliver Neuville zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und das Land mit seinem Tor in kollektive Ekstase versetzte. Gegen eine Wiederkehr hätte Merkel bestimmt nichts einzuwenden, schließlich ist das Wetter wieder so sommerlich wie damals, und auch die ersten Fahnen sind ins Straßenbild zurückgekehrt.

Nur ist derlei nicht genug, Deutschland spielt erst in sechs Tagen gegen Polen bei der Europameisterschaft. Und nach dem letzten Test gegen Serbien ist Bundestrainer Joachim Löw erst einmal froh, "dass wir das Spiel nach dem Rückstand noch drehen konnten. Das ist gut für das Gefühl und das Selbstvertrauen".

Löw schenkt sich einen Kaffee ein, er ist erleichtert, es fällt von ihm ab, wie das Gewitter, das sich nach dem Spiel über Gelsenkirchen entlud. Denn mit ausreichend Selbstbewusstsein ist seine Mannschaft noch nicht ausgestattet so kurz vor Beginn der Euro 2008.

Sieht man mal von Kapitän Michael Ballack ab, der diese Mannschaft vielleicht wie nie zuvor inspirierte, führte, motivierte und mit seinem Freistoß zum 2:1 das Spiel entschied. Sonst hätte Angela Merkel ihre Analyse anders vortragen müssen oder gar nicht erst vor die Kamera treten sollen.

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