Ausgleich in letzter Minute
Saudi-Arabien gibt Sieg über Tunesien aus der Hand

Nach dem Führungstreffer von Sami Al-Jaber sah es so aus, als könne Saudi-Arabien gegen Tunesien endlich den ersten Sieg bei einer WM seit 1994 einfahren. Doch dann glich Rahdi Jaidi zum 2:2-Endstand aus.

Ganz Saudi-Arabien stand für ein paar Minuten Kopf, doch die Ernüchterung folgte nur wenige Minuten später. Nach dem Führungstreffer von Sami Al-Jaber war der Traum vom ersten Sieg für die Araber bei einer Fußball-WM seit 1994 nur kurze Zeit später abrupt beendet.

"Das ist Fußball. Wir schauen jetzt nach vorne. Das ist noch nicht das Ende für beide Mannschaften. Es war ein faires Ergebnis", sagte der saudische WM-Rekordtorschütze nach dem 2:2 (0:1) gegen Tunesien. Die "Grünen Falken" aus Saudi-Arabien müssen weiter auf den dritten WM-Sieg ihrer Geschichte warten.

Unentschieden für beide zu wenig

Auch den Tunesiern war trotz des späten Ausgleichs durch Rahdi Jaidi nicht zum Jubeln zu Mute. In der dritten Minute der Nachspielzeit hatte der England-Profi der Bolton Wanderers zwar zum nicht unverdienten Endstand getroffen. Doch zu groß war auch ihre Ernüchterung nach dem Unentschieden, das beiden den erhofften Weg ins Achtelfinale versperren könnte.

"Unser Team hat trotzdem noch eine gute Chance", sagte Tunesiens Trainer Roger Lemerre und bemühte sich nach einer vor allem in der zweiten Halbzeit packenden, aber weitgehend niveauarmen Partie, seine Enttäuschung zu verbergen.

Mittelfeldspieler Adel Chedli vom Bundesligisten 1. FC Nürnberg wurde da schon wesentlich deutlicher. "Wir waren extrem schlecht. Ich habe das tunesische Team nicht wiedererkannt. Wir sind sehr enttäuscht. Der liebe Gott war heute gnädig mit uns, deshalb sind wir mit einem Pünktchen davongekommen", sagte der 29-Jährige und fügte hinzu: "Wir haben nicht Fußball gespielt, das war absolut nichts. Es war das schlechteste Spiel der Nationalmannschaft, in dem ich mitgespielt habe."



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Saudi-Arabien in der zweiten Hälfte besser

Yasser Al-Kahtani (57.) hatte die tunesische Führung durch Ziad Jaziri aus der 23. Minute ausgeglichen und damit die turbulente Schlussphase eingeleitet. "Saudi-Arabien hat einige Fehler gemacht in der ersten Halbzeit. Aber in der zweiten Halbzeit waren sie besser, durch ihre Einwechslungen haben sie ihr Spiel belebt", konstatierte der Franzose Lemerre anerkennend. Den "Adlern von Karthago" hatten die nach dem Ausgleich teils gefällig kombinierenden Saudis den zweiten WM-Triumph verwehrt.

Ähnlich wie Lemerre sah es der brasilianische Trainer der "Wüstensöhne", Marcos Paqueta. "Die Wechsel kamen zur rechten Zeit, danach hat es besser geklappt", sagte er. Dennoch haderte Paqueta, der die gesamte Spielzeit über in seiner Coachingzone stand und Anweisungen gab, mit seinem Team: "Wir haben zwei Punkte verloren."

Die Blickrichtung beider Teams geht nun auf die kommenden Aufgaben. "Ich bin natürlich ein bisschen enttäuscht. Nur eine Minute hat uns gefehlt. Gegen die Ukraine müssen wir nun nachlegen", sagte Al-Jaber, der sein insgesamt 44. Länderspieltor erzielt hatte. Kurz zuvor war er eingewechselt worden (82.), zwei Minuten danach hatte das 33 Jahre alte Schlitzohr seine Klasse aufblitzen lassen, als er einen Konter gekonnt abschloss. Man könne trotzdem zufrieden sein, sagte er schließlich: "Vor vier Jahren war ich unglaublich enttäuscht, jetzt bin sehr stolz."

© SID

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