Außenseiter-Rolle
Alles spricht für Italien

Allein in Dortmund werden heute Abend bis zu 200 000 Fans die deutsche Mannschaft anfeuern, in ganz Nordrhein-Westfalen werden über eine halbe Millionen Menschen das Spiel vor Großleinwänden verfolgen. Und die Kicker rund um Jürgen Klinsmann können die Unterstützung wirklich brauchen. Denn Italien ist klar im Vorteil, meinen sogar die deutschen Spieler.

HB DÜSSELDORF. Die Vorzeichen für den Halbfinalschlager sind nicht nur wegen der Sperre des zentralen Mittelfeldspielers Torsten Frings alles andere als positiv. Die Italiener haben bei einer WM noch nie gegen Deutschland verloren und hatten zuletzt am 1. März den "Klinsmännern" beim 4:1 in Florenz eine Lehrstunde erteilt.

Die Italiener geben sich daher siegessicher. "Natürlich hoffe ich, dass Italien Weltmeister wird", sagte der italienische Ministerpräsident Romano Prodi laut der "Bild"-Zeitung, "und glauben Sie mir, das ist nicht nur Wunschdenken!". Am Ende des Spiels wolle er zu Bundeskanzlerin Angela Merkel sagen kann: "Liebe Angela, tut mir wirklich Leid für Euch. Ihr habt alles gegeben."

Auch die italienische Presse hegt keine Zweifel an einem Sieg der "Squadra Azzurra" und reagierte mit einem Schuss Genugtuung auf die Sperre von Frings. "Frings raus, Deutschland stinksauer. Disqualifiziert dank des TV-Beweis", schrieb "La Gazzetta dello Sport". Auch "Il Corriere della Sera" lobte die erstmals bei einer WM anhand des Videobeweises verhängte Sperre: "Deutschland gegen Italien, wir machen Geschichte. Frings disqualifiziert dank des TV-Beweis". Dass die FIFA-Untersuchung erst durch Berichte in italienischen Medien ausgelöst wurde und der "Squadra Azzurra" möglicherweise einen Vorteil verschaffte, habe "ein vergiftetes Match" heraufbeschworen, befand "La Stampa".

Die deutsche Mannschaft scheint sich in der Außenseiter-Rolle recht wohl zu fühlen.: "Vor kurzer Zeit haben uns die Italiener noch klar dominiert. Sie haben die Nationalmannschaft 4:1 geschlagen und in der Champions League auch die Bayern mit 4:1", sagte Team-Kapitän Michael Ballack. Folglich gebe es nur eine Schlussforderung: "Alle Vorzeichen sprechen für Italien. Wir haben eigentlich keine Chance. Das ist wunderbar", sagte er mit ironischem Unterton.

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