Bad Nauheim
Saudi-Arabien residiert im "perfekten Quartier"

Als das "perfekte Quartier" hat Saudi-Arabiens Nationaltrainer Marcos Paqueta das Hotel Dolce in Bad Nauheim bezeichnet. Das Personal hat zahlreiche Änderungen vorgenommen damit sich die "Wüstensöhne" heimisch fühlen.

Es liegt mitten in Bad Nauheim, doch über dem Quartier der "Wüstensöhne" aus Saudi-Arabien weht ein Hauch von Tausendundeiner Nacht. Seit Samstag residiert der dreimalige Asienmeister im Hotel Dolce und wandelt auf den Spuren des einstigen Königs Ibn Saud, der bei seinem Besuch 1959 in der Kurstadt 35 Kilometer nördlich vor den Toren von Frankfurt mit himmelblauem Cadillac und 70-köpfigem Hofstaat für Aufsehen sorgte.

Für den brasilianischen Nationaltrainer der Saudis, Marcos Paqueta, sind Bad Nauheim und das Hotel Dolce das "perfekte Quartier", damit die Mannschaft bei der WM sportlich für positive Schlagzeilen sorgt. "Wir sind sehr herzlich empfangen worden und haben beste Voraussetzungen", sagt Paqueta.

Pfeil zeigt Richtung Mekka

Dafür hat sich vor allem Hotel-Direktor Michel Prokop samt Personal mächtig ins Zeug gelegt. Damit seine Gäste keinen Anstoß nehmen, wurden in dem Vier-Sterne-Hotel mit der prominenten Adresse Elvis-Presley-Platz 1 - der King des Rock´n´Roll hatte während seines Militärdienstes auch in Bad Nauheim im Hotel gewohnt - alle freizügigen Bilder und Skulpturen ebenso entfernt wie alkoholische Getränke aus den Minibars.

Die Pay-TV-Kanäle wurden gesperrt, dafür sind in den Zimmern nun arabische Sender zu empfangen. Für das Hotelpersonal gab es zudem genaueste Anweisungen, wie zum Beispiel die saudi-arabische Fahne am Mast hochgezogen werden muss. Außerdem wurde den streng gläubigen Moslems nicht nur eine Etage mit Blick auf den Kurpark, sondern auch jedes Zimmer mit einem Pfeil ausgestattet, der Richtung Mekka zeigt. Dies soll den Spielern und Betreuern bei ihren täglichen Gebeten helfen.

Ob es sportlich hilft? Stürmerstar Sami Al-Jaber ist jedenfalls zuversichtlich. "Wir haben hart für dieses Turnier trainiert und sind guter Dinge", meint der 33-Jährige, der auch bei der vierten Teilnahme der Saudis an einer WM-Endrunde mit dabei ist. "Gedämpften Optimismus" versprüht Paqueta: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in unserer Gruppe mit Spanien, Tunesien und der Ukraine die zweite Runde erreichen."

Keine Fußball-Legionäre

Das schafften die Grün-Weißen, bei denen kein Spieler sein Geld im Ausland verdient, bislang nur beim WM-Debüt 1994 in den USA. 1998 in Frankreich sowie 2002 in Südkorea und Japan war in der Vorrunde Endstation. 2002 schieden die Saudis sogar mit drei Pleiten in drei Partien ohne eigenen Treffer aus, darunter das 0:8-Debakel gegen die deutsche Nationalmannschaft.

Beim WM-Test am vergangenen Freitag bekam das Team, das sich in der Qualifikation ungeschlagen vor Südkorea, WM-Halbfinalist von 2002, Usbekistan und Kuwait durchsetzte, beim 0:2 gegen Tschechien die Grenzen aufgezeigt.

© SID

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