Bewerber um die EM 2012
Italien: Eine Frage der Ehre

„Benvenuti in Italia“ - 22 Jahre nach den „magischen Nächten“ bei der Weltmeisterschaft 1990 will die große Fußball-Nation 2012 die besten Teams des Kontinents zur Europameisterschaft wieder zu einem neuen „Festa italiana“ auf dem Stiefel begrüßen.

dpa ROM. Die Fußball-Leidenschaft seiner Tifosi, die Erfahrungen aus vier ausgerichteten EM- und WM-Turnieren und die großen Erfolge seiner „Azzurri“ wirft der Weltmeister in die Waagschale. Nach den Manipulations- und Gewaltskandalen in den vergangenen Monaten ist der Zuschlag für die Ausrichtung der EM 2012 für die Italiener zu einer Frage der Ehre geworden.

Der Liga-Manipulationsskandal rund um Juventus Turin ist aufgearbeitet, die Verantwortlichen im italienischen Fußball wurden ausgetauscht. Auch die Sicherheit bei einer EM in Italien soll gewährleistet sein. „Wir werden mit aller Entschiedenheit gegen Gewalt und Rassismus im Fußball vorgehen“, versprach der neu gewählte Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC), Giancarlo Abete. Dank der von der Regierung in Rom vor gut einer Woche verschärften Gesetze werde der FIGC die Gewalt rund um die Liga-Spiele schnell in den Griff bekommen. Bei Länderspielen gab es ohnehin selten Probleme. Die Fans des Europameisters von 1968 und viermaligen Weltmeisters präsentierten sich im Ausland bislang als gute Botschafter ihres Landes.

Nach den chaotischen letzten Monaten präsentiert sich Italiens Fußballverband vor der Vergabe der EM 2012 verjüngt und voller Tatendrang. Auch die Politik steht in seltener Einigkeit hinter Italiens EM-Bewerbung. Sowohl Romano Prodis Mitte-Linksregierung als auch die von AC Mailands Präsident Silvio Berlusconi geführte Opposition zieht mit. Kein Wunder: Mit fußballfreundlichen Entscheidungen lassen sich im fußballverrückten Italien viele Stimmen gewinnen. In Sachen „Calcio“ spielt Geld keine Rolle. Die Finanzierung ist damit abgesichert. „Auch diese Einigkeit der Politik verleiht unserer Kandidatur Stärke“, sagt der Vorsitzende des Bewerbungskomitees Luca Pancalli.

Nach den EM-Turnieren 1968 und 1980 sowie den Weltmeisterschaften 1934 und 1990 will Italien zum fünften Mal Schauplatz einer der größten Sportveranstaltungen der Welt werden. Neue Stadien müssen dafür nicht gebaut werden. Stattdessen sollen die WM-Arenen von 1990 modernisiert werden. Gespielt werden soll in Norditalien in Mailand, Genua, Verona, Udine und Turin, wo Rekordmeister Juventus Turin derzeit unabhängig von der EM-Bewerbung eine neue Fußball-Arena baut. In Mittelitalien sind Bologna, Florenz und Rom vorgesehen. Neapel, Bari, Cagliari und Palermo repräsentieren den Süden und die großen Inseln Sardinien und Sizilien.

Hotelkapazitäten sind in den touristisch ohnehin sehr gut erschlossenen Metropolen Italiens ausreichend vorhanden. Der dringend notwendige Ausbau von Straßen und öffentlichen Verkehrsmitteln soll bis 2010 abgeschlossen sein.

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