BGH-Urteil
Bundesligaklubs dürfen Radiosender zur Kasse bitten

Bundesligavereine dürfen für Radioreportagen aus ihren Fußballstadien ein besonderes Entgelt von den Sendern fordern. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag entschieden.

HB KARLSRUHE. Das Karlsruher Gericht wies damit eine Klage des Privatsenders Radio Hamburg ab, der gegenüber der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sowie dem Hamburger Sportverein und dem FC St. Pauli einen Anspruch auf kostenlose Live-Übertragungen durchsetzen wollte. Der private Radiosender berief sich dabei stets auf die Pressefreiheit.

Der BGH bestätigte damit, was seit einigen Jahren ohnehin Praxis ist. Ähnlich wie beim Fernsehen verlangt die DFL für Radioreportagen inzwischen, je nach Reichweite des Senders, neben einer Grundpauschale von 1200 € für Kurzeinblendungen von insgesamt höchstens drei Minuten bis zu 3450 € pro Saison. Die Lizenz für Live-Übertragungen bis zu 30 Minuten kostet zwischen 9400 und 28 200 €.

Die Hörfunksender hatten sich dagegen mit dem Argument zur Wehr gesetzt, Radio sei mit Fernsehen nicht vergleichbar: Während das Fernsehen mehr oder minder nur die - freilich kommentierten - Bilder übertrage, erbringe der Radioreporter mit der farbigen Schilderung des Spielverlaufs eine eigene kreative Leistung. Deshalb könne er nicht wegen kommerzieller Ausnutzung des Veranstalterangebots zur Kasse gebeten werden: „Die Reportage ist das Ereignis, nicht das Spiel“, hatte Herbert Messer, der Anwalt von Radio Hamburg, im Juni in der mündlichen Verhandlung vor dem BGH gesagt. Auch für Zeitungsberichte müssten keine Lizenzgebühren gezahlt werden.

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